Produkte von Drittanbietern: Gefährliche Haartrockner und Schlafanzüge – US-Behörde verklagt Amazon - DER SPIEGEL
Es geht um Hunderttausende Artikel mit teils riskanten Fehlfunktionen: US-Verbraucherschützer haben Amazon verklagt. Der Versandriese fühlt sich unfair behandelt.
Amazon-Logo (Symbolbild)
Foto: Pascal Rossignol / REUTERS
Dem weltweit größten Onlinehändler Amazon droht eine Klage der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC wegen Mängeln bei der Produktsicherheit von Drittanbietern.
»Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie wir mit diesen massiven Drittanbieter-Plattformen effizienter umgehen können und wie wir die amerikanischen Verbraucher, die sich auf sie verlassen, am besten schützen können«, sagte der CPSC-Vorsitzende Robert Adler am Mittwoch.
Der in Seattle ansässige E-Commerce-Riese sei dafür verantwortlich, Hunderttausende gefährlicher Produkte zurückzurufen, da sie ein ernsthaftes Verletzungs- oder Todesrisiko für Verbraucher darstellen würden, begründete die CPSC ihre Entscheidung zur Klageeinreichung.
Zu den Produkten gehörten 24.000 Kohlenmonoxid-Detektoren, die im Ernstfall nicht anschlugen, fast 400.000 Haartrockner, denen die erforderliche Sicherung gegen einen möglichen Stromschlag fehlte, und »zahlreiche« Kinderschlafanzüge, die Feuer fangen konnten.
Amazon erklärte, es habe »den Großteil« der fraglichen Produkte von seiner Plattform entfernt und Kunden volle Rückerstattungen gewährt. Es sei allerdings »unklar«, warum die CPSC das Angebot des Unternehmens abgelehnt habe, das Rückrufprogramm auch um Produkte zu erweitern, die von Dritten verkauft wurden, und nun über eine Klage Maßnahmen erzwingen wolle, die nahezu identisch mit den Schritten seien, die Amazon bereits ergriffen habe.
Amazon verlangte nun, dass Khan sich aus Untersuchungen seiner Wettbewerbsposition heraushalten soll, weil sie voreingenommen sei. Der Konzern reichte einen entsprechenden offiziellen Antrag bei der FTC ein.
Die FTC ist in den USA für Verbraucherschutz zuständig und führt auch Wettbewerbsuntersuchungen durch. Die 32-jährige Khan machte vor einigen Jahren mit einem Papier zu Amazon auf sich aufmerksam, in dem sie argumentierte, dass gängige US-Ansätze zur Einschätzung der Wettbewerbslage im Bezug auf Internet-Unternehmen versagten.
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