Lebensmittel: Handel kündigt »zweite Welle« von Preissteigerungen an - DER SPIEGEL
Ab Montag kosten Fleisch, Wurst und Butter bei Aldi deutlich mehr. Kein Einzelfall: Der Handelsverband Deutschland erwartet Preissteigerungen, die »sicherlich zweistellig« werden.
Gemüse in einem Supermarkt: »Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können«
Foto: Fabian Sommer / dpa
Die Lebensmittelpreise in Deutschland dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen. Schon vor Ausbruch des Ukrainekriegs seien die Preise »über die Produktpalette hinweg« um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen. »Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig.«
Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben, so Sanktjohanser weiter: »Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.« Es werde »erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen geben«.
Kürzlich hatten Handelsketten wie Aldi, Edeka und Globus Preiserhöhungen angekündigt. Aldi erhöht am Montag abermals Preise. Fleisch, Wurst und Butter würden dann »deutlich teurer«, sagte Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck. Grund hierfür seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse.
»Seit Beginn des Ukrainekriegs gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben«, so Scholbeck. Dies liege auch daran, dass Futter- und Düngemittel sowie Energie sich verteuert hätten. Das wiederum hätten die Landwirte bei ihrer Viehhaltung und die fleischverarbeitende Industrie zu spüren bekommen.
Bereits vor zwei Wochen hatte Aldi die Preise für etwa 160 Artikel erhöht, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Wettbewerber zogen nach. Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten ließen »sich steigende Verkaufspreise in der gesamten Branche ... nicht immer vermeiden«, teilte zum Beispiel Edeka vergangene Woche mit. Laut einer unlängst publizierten Befragung des Ifo-Instituts planen fast alle Firmen aus Deutschlands Nahrungseinzelhandel Preiserhöhungen.
Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Versorgung mit Lebensmitteln sei absehbar für ein Jahr gesichert. »Aber über diesen Zeithorizont hinaus ist es schwierig mit einer Prognose.«
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