Die Finanzmärkte sind wie die Schwerkraft. Auch wenn man sie ignoriert oder doof findet, verschwindet die Wirkung nicht.
Womit wir bei Recep Tayyip Erdogan wären, dem Präsidenten der Türkei. Erdogan bezeichnet Zinsen als "Mutter allen Übels" und behauptet entgegen der ökonomischen Lehre, dass hohe Zinsen für hohe Inflation sorgen - und niedrige Zinsen für niedrige Inflation
Womit wir bei der türkischen Lira wären. Nach der überraschend deutlichen Zinssenkung der türkischen Zentralbank geht die Talfahrt der Landeswährung weiter. US-Dollar und Euro markieren mit 9,6581 beziehungsweise 11,2424 Lira den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. "Der Fall ist ein Paradebeispiel für verloren gegangenes Vertrauen der Finanzmärkte", sagt Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank.
Statt auf Lira-Schwäche und der hohen Inflationsrate von knapp 20 Prozent mit Zinserhöhungen zu reagieren, hatte die Notenbank den Leitzins gestern wieder einmal gesenkt.
Der Hintergrund: Die Notenbank gibt dem Druck von Erdogan nach, der immer wieder Zinssenkungen fordert, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Erdogan hatte kurz vor der erneuten Zinssenkung drei Notenbank-Gouverneure aufgrund von Differenzen hinsichtlich der Geldpolitik gefeuert. Im März hatte er Notenbankchef Naci Agbal entlassen und durch Sahap Kavcioglu ersetzt - einen erklärten Freund niedriger Zinsen.
Wegen des Mangels an elektronischen Bauteilen soll es in der kommenden Woche im Rastatter Mercedes-Benz-Werk Kurzarbeit geben. Das teilte eine Sprecherin von Mercedes-Benz Cars & Vans mit.
Das Werk hat mehr als 6500 Beschäftigte und eine führende Rolle im Daimler-Produktionsverbund für Kompaktfahrzeuge. Die "Fahrweise" der Fabrik werde angepasst. Das werde "für die Beschäftigten größtenteils über Kurzarbeit ausgeglichen", so die Sprecherin. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sind, blieb offen. Die weltweiten Werke von Mercedes-Benz werden in der kommenden Woche hingegen "größtenteils uneingeschränkt" laufen.
Wenig verändert, aber mit Abschlägen bei der technologielastigen Nasdaq dürften die US-Börsen heute in den Handel starten. Nachdem der marktbreite S&P-500 gestern auf Allzeithoch gestiegen ist, scheint die Kaufbereitschaft vor dem Wochenende etwas zurückzugehen.
Die Nasdaq dürfte vom Kurseinbruch bei Snap und Intel belastet werden, vorbörslich bricht der Snap-Kurs des Betreibers von Kommunikationsplattformen im Bereich Sozialer Medien um mehr als 20 Prozent ein. Das Unternehmen rechnet nach den jüngsten Änderungen der Datenschutzregeln von Apple mit einer Abschwächung des Wachstums.
"Apples neue Datenschutzrichtlinie wird wahrscheinlich nicht nur Snap, sondern dem gesamten Sektor Gegenwind bescheren. Das Ausmaß wird sich nächste Woche zeigen, wenn einige der anderen Branchengiganten wie Facebook ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen", sagt Investmentstrategin Victoria Scholar von Interactive Investor. Facebook verlieren 4 Prozent, Twitter 4,5 Prozent und Alphabet 1,9 Prozent.
Intel stürzen derweil um 10 Prozent ab. Der Chiphersteller kann die Nachfrage der Kunden nicht schnell genug befriedigen, weshalb der Umsatz im dritten Quartal die Markterwartungen knapp verfehlte und voraussichtlich auch im laufenden vierten Quartal nicht erreichen wird.
Zeit für einen Blick auf den Devisenmarkt.
In Erwartung einer Zinserhöhung durch die russische Zentralbank steigt der Rubel. Im Gegenzug fallen Dollar und Euro mit 70,56 beziehungsweise 82,09 Rubel auf den tiefsten Stand seit fast eineinhalb Jahren.
Die Experten des Brokerhauses Sova rechnen trotz der Pandemie-bedingten erneuten Lockdowns im Großraum Moskau mit einer Anhebung des Schlüsselsatzes um einen halben Prozentpunkt von derzeit 6,75 Prozent, um die Inflation einzudämmen.
Update: Die russische Zentralbank hat den Leitzins soeben um 75 Basispunkte auf 7,50 erhöht.
Der Dax marschiert in Richtung 15.600 Punkte. Derzeit liegt er 0,6 Prozent im Plus bei 15.565 Punkten. Unter den Einzelwerten aus dem Dax erholen sich Autowerte nach den jüngsten Verlusten. Die Aktien des Chipherstellers Infineon erreichen ein neues Hoch seit 2001 und legen um 1,2 Prozent zu.
Die deutschen Auto-Aktien legen derzeit zu. Begründung im Handel: Wieder aufgekommene Börsengang-Fantasie bei Porsche anhand eines Artikels im "Manager Magazin".
Entsprechende Spekulationen gab es übrigens immer wieder. Vielleicht ist hier deshalb eher so: Nicht die Nachrichten machen die Kurse, sondern die Kurse die Nachrichten.
Porsche steigen 1,8 Prozent, VW 2,1 Prozent, BMW 1,3 Prozent und Daimler 0,5 Prozent.
Dank eines überraschend hohen Quartalsumsatzes winkt den Aktien von Vivendi der zweitgrößte Tagesgewinn des Jahres. Die Titel des Medienkonzerns steigen in Paris um knapp vier Prozent. Sämtliche Sparten hätten sich erfreulich entwickelt, sagt Analyst Jerry Dellis von der Investmentbank Jefferies. "Ein starker Start in das neue Leben nach der Abspaltung von Universal Music."
Ermutigende Geschäftszahlen bescheren den Aktionären von L'Oreal einen erfreulichen Vormittag. Die Aktien des Kosmetikkonzerns steigen in Paris um knapp sieben Prozent. Der Quartalsumsatz von acht Milliarden Euro liege deutlich über den Markterwartungen, lobt Analyst Martin Deboo von der Investmentbank Jefferies. Außerdem könne mit steigenden Analystenprognosen für das Gesamtjahresergebnis gerechnet werden, da sich das Unternehmen optimistisch zu den weiteren Aussichten geäußert habe.
Renault schätzt den Produktionsausfall wegen des Chipmangels in diesem Jahr noch deutlich stärker ein als bisher. Schätzungsweise 500.000 Autos würden dieses Jahr nicht wie geplant vom Band rollen, teilte der französische Konzern mit. Im Juli war das Unternehmen noch von rund 200.000 Autos ausgegangen.
An Aufträgen fehlt es dem Konzern derweil nicht. Das Orderbuch sei Ende September so gefüllt gewesen wie seit 15 Jahren nicht, hieß es.
Zur Einordnung: Renault verkaufte in den Monaten Juli bis September knapp 600.000 Fahrzeuge - und damit wegen der Probleme mit fehlenden Teilen rund 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Lieferengpässe? Was für Lieferengpässe?
Der US-Spielzeughersteller Mattel hebt seine Umsatzprognose für dieses Jahr trotz branchenweiter Lieferstörungen an. Seine Firma habe die Produktion vorgezogen, mehr Seefrachtkapazitäten unter Vertrag genommen und sich den Zugang zu zusätzlichen Häfen gesichert, um die Versorgung in der Weihnachtssaison aufrecht zu erhalten, sagt Geschäftsführer Ynon Kreiz.
Mattel rechnet für das Gesamtjahr mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von etwa 15 Prozent. Im vergangenen Quartal hatte das Unternehmen den Umsatz auf um acht Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar gesteigert. Dem Unternehmen liegt das vor allem an höhere Preise und dem gestiegenen Absatz etwa bei Barbie-Puppen und Hot Wheels Spielzeugautos während der Pandemie.
Der Aktienkurs kletterte daraufhin um sechs Prozent.
Das Wachstum in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober deutlich verlangsamt und marschiert offenbar Richtung Stagnation. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel um 3,5 Punkte auf 52,0 Zähler, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor mitteilte. Dies ist ein Acht-Monats-Tief. Das Barometer hält sich aber noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.
Das Barometer für Industrie sank leicht auf 58,2 Punkte. Gleichzeitig verlor der Aufschwung im Servicesektor erneut an Fahrt: Hier fiel das Barometer zum dritten Mal in Folge und landete mit 52,4 Punkten auf dem tiefsten Wert seit Beginn der Wachstumsbelebung im Mai.
Der japanische Technologieinvestor Softbank verhandelt der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit United Robotics aus Deutschland über den Verrkauf des französischen Robotergeschäfts rund um den humanoiden Roboter Pepper.
Für Softbank wäre der Verkauf eine Kehrtwende. Lange Zeit hatten die Japaner das Robotergeschäft als Wachstumsmotor bezeichnet. Softbank und United Robotics arbeiten bereits zusammen. Seit Oktober vertreibt das Bochumer Unternehmen die Roboter Pepper und Nao von Softbank in Europa.
Rund jeder fünfte Autokäufer in der Europäischen Union hat sich im dritten Quartal für ein Fahrzeug mit Hybrid-Elektroantrieb entschieden. Damit sind diese erstmals begehrter als Dieselautos, wie der europäische Herstellerverband Acea mitteilte.
Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wurde den Angaben nach knapp ein Drittel mehr an Hybrid-Fahrzeugen zugelassen, vor allem in Deutschland, Italien und Frankreich. Das entspricht 455.000 Fahrzeugen oder einem Marktanteil von knapp 21 Prozent. Plug-in-Hybride und reine Elektroautos machen jeweils etwa 10 Prozent der Neuzulassungen aus. Der Anteil der Dieselfahrzeuge liegt bei knapp 18 Prozent.
Bei den meisten neu zugelassenen Fahrzeugen handelt es sich aber nach wie vor um Benziner, wobei die Tendenz weiter zurückgeht: Im dritten Quartal wurden fast 855.500 Fahrzeuge mit einem solchen Antrieb zugelassen, was im Vorjahresvergleich einem Minus von 35 Prozent entspricht. Der Anteil der Benziner rutschte auf unter 40 Prozent.
Mehr dazu lesen Sie hier.Der Dax hat die Marke von 15.500 Punkten zurückerobert. Um diese kämpft er nun schon seit einer Woche - mit mal mehr und mal weniger Erfolg.
Positive Signale kommen derweil vom schwer angeschlagenen chinesischen Immobilienkonzern Evergrande. Zudem stützt die weiter insgesamt gute Stimmung an den US-Börsen, wo gestern der marktbreite S&P 500 auf ein Rekordhoch kletterte.
In Zahlen ausgedrückt: Der deutsche Leitindex legt um 0,2 Prozent auf 15.511 Punkte zu. Auf Wochensicht zeichnet sich damit allerdings ein Verlust von 0,5 Prozent ab. Der MDax gewinnt 0,1 Prozent auf 34.760 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückt um 0,50 Prozent auf 4174 Zähler vor.
Die Verzögerung des Siltronic-Verkaufs an den taiwanischen Konkurrenten Globalwafers belastet Wacker Chemie. Die Aktien des Spezialchemiekonzerns fallen um rund zwei Prozent und rutschen damit ans MDax-Ende. Dem Siltronic-Großaktionär winkt beim Verkauf seiner 31-Prozent-Beteiligung ein Milliardenerlös.
Für Siltronic geht es um 2,5 Prozent nach unten.
Die Anteile der Medizintechnikfirma Skan Group finden bei den Anlegern vor dem Börsengang an der Schweizer SIX offenbar Anklang. Die Preisspanne für die Aktien wurde auf 52 bis 55 Franken eingeengt, wie eine mit der Transaktion beauftrage Bank mitteilte. Bisher wurden die Titel zu einem Preis von 44 bis 55 Franken angeboten. Der Handel mit den Aktien an der Schweizer Börse soll am kommenden Donnerstag starten. Skan ist auf Reinraum-Ausrüstungen und Isolatoren für die Pharmabranche spezialisiert.
Die Abwendung eines weiteren Zahlungsausfalls treibt Evergrande in die Höhe. Die Aktien des chinesischen Krisenkonzerns steigen in der Spitze um 7,8 Prozent. Der Branchenindex für den Immobiliensektor der Volksrepublik notiert zeitweise 6,5 Prozent fester. Evergrande hat das Geld für eine fällige Anleihezinszahlung an einen Treuhänder überwiesen.
Die gute Nachricht: Die Ölpreise sinken weiter und bauen damit die Verluste von gestern aus. Die schlechte Nachricht: Öl ist immer noch sehr teuer.
Derzeit kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,96 US-Dollar. Das sind 65 Cent weniger als gestern. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt um 48 Cent auf 82,02 Dollar. Insgesamt bleiben die Ölpreise also auf einem hohen Niveau. Im Verlauf der Woche hatten sie Ölpreise mehrjährige Höchststände erreicht.
Der Verkauf des Münchner Chip-Zulieferers Siltronic an den taiwanischen Konkurrenten Globalwafers ist noch nicht in trockenen Tüchern. "Aufgrund sich hinziehender Gespräche über regulatorische Freigaben" werde die bis zu 4,35 Milliarden Euro schwere Übernahme wohl nicht mehr vor dem Jahresende vollzogen, teilte der Hersteller von Siliziumscheiben (Wafer) zur Chip-Produktion mit.
Globalwafers hatte sich im Frühjahr die Mehrheit an Siltronic gesichert und gehofft, die Transaktion im zweiten Halbjahr in trockene Tücher zu bekommen. Doch fehlen immer noch wichtige Genehmigungen von Wettbewerbs- und Exportkontroll-Behörden - etwa aus Japan, China und Großbritannien. Auch die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums nach dem Außenwirtschaftsgesetz steht noch aus. Die Zeit drängt. Denn dem Übernahmeangebot zufolge müssen die Genehmigungen bis Ende Januar 2022 erfüllt sein.
Nach einer sorgenvollen Woche rund um den wankenden chinesischen Immobilien-Riesen Evergrande herrscht an den ostasiatischen Börsen nun Entspannung. Das Unternehmen überwies Geld auf ein Treuhandkonto, um eine am 23. September fällige Zinszahlung für eine Dollar-Anleihe zu leisten.
Zusätzlich stützen Technologiewerte. "In den letzten Tagen standen die Gewinne im Vordergrund und die Tech-Aktien haben den Ansturm angeführt", sagt Kyle Rodda, Marktanalyst bei IG Australia. Der 225 Werte umfassende Nikkei liegt 0,6 Prozent höher bei 28.892 Punkten. Der breiter gefasste Topix steigt um 0,4 Prozent und lag bei 2009 Punkten. Die Börse in Shanghai tendiert unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt dagegen 0,8 Prozent.
Besserer Schutz der Nutzerdaten kostet Social-Media-Firmen viel Geld und dürfte deshalb nicht unbedingt in deren Interesse sein.
Zu sehen ist das am Betreiber des Foto-Messengerdienstes Snapchat, Snap. Das Unternehmen hat im dritten Quartal mit 1,07 Milliarden Dollar Umsatz die Markterwartungen verfehlt. Die Enttäuschung ist groß: Nachbörslich rauschte Snap-Aktien bis zu 30 Prozent in die Tiefe und zogen andere Social-Media-Werte mit nach unten. Facebook und Twitter, die beide kommende Woche ihre Quartalszahlen vorlegen, verloren sechs und sieben Prozent.
Auf das von Werbeeinnahmen dominierte Snap-Geschäft schlugen strengere Datenschutzregeln für Apple-Geräte durch, wie Snap mitteilte. Ein Datenschutz-Update für iPhones hindert Online-Werbetreibende am sogenannten Tracking von Nutzern ohne deren ausdrückliche Zustimmung. Eine Ablehnung bedeutet damit weniger Daten für personalisierte Werbung.
Der Eurokurs ist kaum verändert. Derzeit wird die Gemeinschaftswährung mit 1,1627 Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie gestern Abend. Heute dürfte sich der Fokus des Devisenmarkts verstärkt auf Konjunkturdaten richten. Am Vormittag stehen Stimmungsdaten des britischen Analysehauses Markit aus Unternehmen der Eurozone auf dem Programm, die in der Regel stark beachtet werden.
Intel hat im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartung der Börse verfehlt und deshalb seine Aktie nachbörslich auf Talfahrt geschickt. Für das abgelaufene dritte Quartal gab der US-Chipkonzern nach Börsenschluss einen Umsatz von 18,1 Milliarden Dollar bekannt, ein Anstieg von immerhin fünf Prozent. Analysten hatten jedoch etwas mehr erwartet. Der Nettogewinn betrug sieben Milliarden Dollar im dritten Quartal, ein Anstieg von 54 Prozent zum Vorjahreszeitraum.
Und die Aktien? Sie verloren im nachbörslichen Handel vier Prozent.
Das war knapp: Das ums Überleben kämpfende chinesische Immobilienunternehmen Evergrande hat das Geld für eine morgen fällige Anleihezinszahlung an einen Treuhänder überwiesen. Dabei handelt es sich um 83,5 Millionen Dollar. "Dies ist eine positive Überraschung", sagt James Wong, Portfoliomanager bei Gaoteng Global Asset Management Ltd, und fügt hinzu, dass viele einen Zahlungsausfall erwartet hätten. Evergrande hatte zwei Kuponzahlungen für seine Dollaranleihen am 23. und 29. September verstreichen lassen.
Nachdem der Dax die Marke von 15.500 Punkten im Donnerstagshandel nicht verteidigt hat, hoffen die Anleger auf einen versöhnlichen Wochenschluss. Der deutsche Börsenleitindex, der am Donnerstag im Tagestief nur knapp oberhalb der 15.400er Marke gelegen hatte, beendete ihn dann mit einem Kurs von 15.481 Zählern. Das Minus: 0,3 Prozent. Eine schwächere Wall Street, nicht weit von ihren Rekordniveaus entfernt, konnte den hiesigen Anlegern keinen großen Rückenwind mehr geben. Das Hinterherhinken des Dax' hinter der Wall Street an den vergangenen Handelstagen begründete Marktexperte Stanzl von CMC Markets mit den Energiepreisen: Diese schlügen in Deutschland weitaus heftiger auf die Verbraucher durch als in den USA.
Die gestiegenen Preise, egal ob Rohstoff-, Energie- oder Verbraucherpreise, dürften auch zum Wochenschluss eine wichtige Rolle am deutschen Aktienmarkt spielen. Auf der Agenda stehen Einkaufsmanagerdaten aus Deutschland, der EU, Frankreich, Großbritannien und den USA.
Auch die Berichtssaison sollten Anleger im Auge behalten: Zahlen liefern etwa der Linde-Konkurrent Air Liquide, der Deutsche-Börse-Rivale London Stock Exchange (LSE) und der VW-Konkurrent Renault. Damit bleibt der Autosektor im Fokus, nachdem er bereits im Donnerstagshandel durch die Tesla-Rekordergebnisse besonders im Blick stand.
Daneben etwa für Traton-Anleger nicht unwichtig: Der europäische Branchenverband Acea veröffentlicht frische Zahlen vom Nutzfahrzeugmarkt. Die Geschäftsergebnisse von American Express dürften zudem für den Finanzsektor eine Rolle spielen - und auch die am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss abgegebenen Zahlen des US-Chipriesen Intel könnten Kursbewegungen auslösen - beim Dax-Mitglied Infineon.
Der Börsen-Tag am Freitag, 22. Oktober 2021 - n-tv.de - n-tv NACHRICHTEN
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