Rechercher dans ce blog

Wednesday, September 29, 2021

Google soll denken wie ein Mensch - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Elizabeth Reids Fachgebiet sind Computer. Mit Fahrrädern hat die leitende Programmiererin der Google-Suche höchstens privat zu tun. Sie zeigt ein Bild von einer kaputten Gangschaltung an einem Rad: das Ding, das normalerweise die Kette von einem Zahnrad ins nächste hebt, ist abgebrochen. „Ich habe keine Ahnung, wie dieses Bauteil heißt“, sagt die Informatikerin. Was also tun? Die bisherige Antwort: einen Freund anrufen, der sich mit Fahrrädern auskennt. Reids Antwort: Google fragen.

Wer wissen will, wie etwas geht, fragt bislang eher nicht die Suchmaschine. Denn Computer verstehen Informationen anders als Menschen. Während man besagtem Freund den Schaden zeigen und ihn nach Reparaturmöglichkeiten fragen kann, will eine Suchmaschine einen Suchbegriff haben. Wenn man nicht genau weiß, was man eintippen soll, kapituliert sie häufig. Reid und ihr Team haben dafür eine Lösung entwickelt, die der Suchmaschinenkonzern am Mittwochabend auf seiner Hausveranstaltung „Search On“ vorgestellt hat.

Die Lösung nennt sich „MUM“. Das englische Akronym steht für „Multitask Unified Model“. Dahinter steht ein System Künstlicher Intelligenz, das verstehen soll, was ein Nutzer meint, wenn er eine Suchanfrage stellt. Im Prinzip geht es darum, Googles Suche beizubringen, ähnlich wie ein Mensch zu denken.

„Auf uns kommen aufregende Jahre zu“

Der Vorteil von MUM ist, dass es in der Lage ist, nicht nur Text zu verarbeiten, sondern ebenso Bilder. Das heißt, man kann ein Foto von der kaputten Gangschaltung machen und dazu die Frage stellen „Wie repariere ich das?“. Während man in Googles Bildersuche schon seit längerem ein Bild eingeben kann und dann andere, ähnlich aussehende Bilder angezeigt bekommt, ist es die kombinierte Verarbeitung von Bild und Text, die MUM besonders macht.

Suchen wie die nach der kaputten Gangschaltung, sollen in der Bilderkennungsapp „Google Lens“ in den kommenden Monaten möglich werden, allerdings muss man den Text dazu anfangs noch auf Englisch tippen. Neben Text und Bildern sind auch Videos eine mögliche Eingabe für MUM. Google setzt das System im Hintergrund dazu ein, das Thema von Filmen auf YouTube zu erkennen und verwandte Videos vorzuschlagen.

Auch Spracheingaben sind laut Reid etwas, an dem das Team der Google-Suche arbeitet. Statt die Diktierfunktion des Handys zu nutzen, um Sprache in Text umzuwandeln und dann nach dem Text zu suchen, ist es dann denkbar, sich mit der Suchmaschine auch zu unterhalten – ganz so, wie man es mit einem Freund tun würde. „Auf uns kommen aufregende Jahre zu“, sagt Reid.

Was will der Nutzer tun?

MUM ist ein Baustein dafür, die Suchmaschine besser verstehen zu lassen, was Nutzer mit einer Eingabe meinen. Andere Neuerungen, die Google vorstellte, konzentrieren sich hingegen darauf, ihnen assoziativ Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie von einer eingegebenen Anfrage aus weitersuchen können. „Wenn ein Nutzer nach ‚Falafel‘ sucht, was will er dann eigentlich tun?“, fragt Reid. „Wie man Falafel macht, wo man sie kaufen kann oder was drin ist?“

Googles Ziel sei es nicht, diese Frage von vornherein zu beantworten, sondern den Nutzern alle verschiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen. Deshalb wird es bald ein neues Element in der Suche geben, das mögliche Sucheingaben für genau diese verschiedenen Möglichkeiten enthält. Auf Englisch wird dessen Überschrift „Things to know“ lauten, per Klick auf die Vorschläge kann nach ihnen gesucht werden.

„Wir sind ziemlich gut bei schnellen, faktischen Fragen“, sagt Reid, „aber noch nicht so sehr, wenn Menschen inspiriert werden wollen.“ Deshalb werden künftig auch mehr Bilder in der Google-Suche zu sehen sein. Wenn Googles Algorithmus erkennt, dass nach einem bildverwandten Begriff gesucht wird, sollen die Suchergebnisse Bilder erhalten. Alle Neuerungen sollen zunächst für Mobiltelefone eingeführt werden, und erst danach für die Suche am Computer. Das liegt daran, dass Google inzwischen mehr als die Hälfte seiner Suchanfragen von mobilen Geräten erhält.

Adblock test (Why?)


Google soll denken wie ein Mensch - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Read More

Innovatives Geschäftsumfeld: San Francisco und Peking prägen die Geschäftswelt von morgen - WirtschaftsWoche

Finoms Ansatz für die Untersuchung war es nach eigener Aussage „herausfinden, ob bestimmte Städte als Angelpunkte für geschäftliche Innovationen dienen“. Gründer und CEO Yakov Novikov erklärt, wie sich in der Vergangenheit „erfolgreiche und innovative Entrepreneure und Unternehmen die Voraussetzungen für eine unterstützende Umgebung zur Entwicklung der Wirtschaft in ihrer Heimatstadt geschaffen“ hätten. So wie Stuttgart. Gottlieb Daimler und Robert Bosch sorgten Ende des 19. Jahrhunderts für industrielles Wachstum. Die Folge: Bis heute profitiert die Stadt von einer hohen Beschäftigung und weitreichendem Branchen-Knowhow. Veränderung gelingt den immer noch erfolgreichen, aber durch Klimawandel und -ziele schwer unter Druck stehenden Stuttgarter Konzernen im Automobilsektor allerdings nur langsam. In dem Ranking landet die baden-württembergische Hauptstadt auch nur noch auf Platz 34.

Für die Europäische Union wird mit den Ergebnissen der Studie eine Sorge real: Die Gefahr, die EU könnte im Wettlauf der Technologien und Industrien gegenüber China und den USA weiter zurückfallen. Denn an der Spitze stehen andere. Hinter London auf Platz vier folgen Boston, Schanghai und Tokio. Boston hat seine Spezialität in der Biotechbranche. Kein Ort ist darin innovativer. Japans Hauptstadt kommt im industriellen Umfeld auf die zweithöchste Finom-Bewertung hinter Hangzhou (11.) in China.

Adblock test (Why?)


Innovatives Geschäftsumfeld: San Francisco und Peking prägen die Geschäftswelt von morgen - WirtschaftsWoche
Read More

Wagen trumpft mit Reichweite auf: Tesla-Konkurrent Lucid geht an den Start - n-tv NACHRICHTEN

Bisher wirbt Tesla auch mit der großen Reichweite seiner E-Autos um neue Kunden. Das könnte künftig schwieriger werden: Der US-Elektroautobauer Lucid liefert ab Herbst sein erstes Modell aus, das Tesla in Sachen Reichweite übertreffen könnte. Fraglich ist, ob sich damit auch Geld verdienen lässt.

Der US-Elektroautobauer Lucid will nach eigenen Aussagen ab Ende Oktober Luxusfahrzeuge mit einer längeren Reichweite als Tesla an die Kunden ausliefern. "Wir haben die Kunden von der Reichweitenangst befreit", sagte Lucid-Chef Peter Rawlison beim Produktionsstart in Arizona. "Die nächste große Hürde ist die Kosteneffizienz von Elektroautos. Wir müssen die Kosten nach unten bringen."

Das Unternehmen hat angekündigt, die Kapazität in dem Werk in den nächsten beiden Jahren auf 90.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern. Als erstes Fahrzeug soll das Spitzenmodell Lucid Air Dream Edition mit einem Preis von 169.000 Dollar vom Band laufen, gefolgt von günstigeren Modellen. Die zuständige US-Behörde hat einer Version des Air Dream eine Reichweite von 520 Meilen (837 Kilometer) pro Batterieladung bescheinigt, mehr als 100 Meilen (etwa 161 Kilometer) mehr als das vergleichbare Tesla-Modell S.

Tesla-Chef Elon Musk hatte erklärt, dass sein Unternehmen Abstand von einem Fahrzeug mit einer Reichweite von 520 Meilen nehme. Die Herausforderung für Lucid sei nun, die Produktionsprozesse in den Griff zu bekommen, sagte Sam Abuelsamid, Analyst beim Beratungshaus Guidehouse Insights. "Ich denke, dass sie ein sehr gutes Auto haben." Auch Tesla hatte in der Anfangszeit massiv mit Produktionsschwierigkeiten zu kämpfen. Musk hatte zuletzt eingeräumt, dass es extrem schwer sei, profitabel Autos zu bauen.

Adblock test (Why?)


Wagen trumpft mit Reichweite auf: Tesla-Konkurrent Lucid geht an den Start - n-tv NACHRICHTEN
Read More

Stornierungen wegen Corona: Gericht erklärt Rückerstattungsklausel von Austrian Airlines für ungültig - DER SPIEGEL

Austrian Airlines verweigert Kunden nach Flugausfällen die Rückerstattung der Ticketkosten, wenn diese über Onlinedienstleister gebucht wurden. Zu Unrecht, wie jetzt ein Gericht in Wien entschied.
Maschine der Austrian Airlines: Klausel ungültig

Maschine der Austrian Airlines: Klausel ungültig

Foto:

Silas Stein/ dpa

mik/Reuters

Adblock test (Why?)


Stornierungen wegen Corona: Gericht erklärt Rückerstattungsklausel von Austrian Airlines für ungültig - DER SPIEGEL
Read More

Urteil: Bad Bank der WestLB muss für Cum-Ex-Steuerschulden geradestehen - DER SPIEGEL

Mit der Zerschlagung ist es für die West LB noch nicht ausgestanden: Ein Gericht entschied am Dienstag, dass die Bad Bank Steuerschulden aus Cum-Ex-Geschäften übernehmen muss. Die Summe ist üppig.
Foto: A3730 Federico Gambarini/ dpa
mik/Reuters

Adblock test (Why?)


Urteil: Bad Bank der WestLB muss für Cum-Ex-Steuerschulden geradestehen - DER SPIEGEL
Read More

VW: Wolfsburger Werk steht fast still! Düstere Kurzarbeit-Prognose für Oktober - News38

Wolfsburg. Von VW kommen zwei schlechte Nachrichten: Die Kurzarbeit bei VW wird verlängert. Und: Es kommt noch dicker!

Der Halbleitermangel beschäftigt VW und andere Autobauer schon eine ganze Weile. Jetzt sorgt er zudem für etliche Tage, an denen die Produktion in Wolfsburg komplett ausfällt. Darüber berichtet unter anderem die „Braunschweiger Zeitung“.

VW streicht etliche Schichten in Wolfsburger Werk

Laut dem Bericht stehen die Bänder zwischen dem 2. und dem 13. Oktober komplett still! Schon am 1. Oktober soll es deutlich ruhiger werden. An diesem Tag arbeiten nur die Spät- und Nachtschicht am Golf, dann ist Feierabend.

+++ VW: Prozess um Top-Manager beendet – Urteil ist gefallen +++

Erst am 14. Oktober laufe die Produktion an allen Linien und Schichten weiter, jedoch nur für kurze Zeit. Denn schon einen Tag später heißt es laut „Braunschweiger Zeitung“ erneut: Arbeitsruhe und Kurzarbeit.

Zuletzt war unklar, wie es nach dem 1. Oktober im Werk weitergeht. Schon in der letzten Woche hatte die Arbeit nur stark eingeschränkt stattfinden können. Am Freitag hieß es noch, dass ab dem neuen Monat womöglich ein neuer Produktionsplan umgesetzt werden könne.

-----------------------------------

Mehr Themen:

-----------------------------------

VW: Sorgen in der Belegschaft wachsen

Für die Betroffenen hat VW Kurzarbeit beantragt. Volkswagen stockt das Geld zwar fast komplett auf, daher fallen für die Mitarbeiter eigentlich nur die Schichtzulagen weg. Aber nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ wächst innerhalb der Belegschaft die Sorge, denn die meisten Beschäftigten haben einen so langen Zeitraum mit Kurzarbeit bisher noch nicht mitgemacht.

VW-Chefkontrolleur Pötsch mit dramatischer Ansage

Wie lange das so weitergeht, ist bislang unklar. VW-Chefkontrolleur Hans Dieter Pötsch sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Automesse IAA Mobility: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir bis ins erste Halbjahr 2022, vielleicht noch weitergehender mit Auswirkungen zu rechnen haben.“

+++ VW: Dieser T3 sieht schrottreif aus – doch er hat es in sich +++

Konzernchef Herbert Diess deutete an, die Vertragsstrukturen mit der Chipindustrie zu überprüfen: „Dann müssen wir uns wahrscheinlich direkter mit Halbleiterherstellern abstimmen und auch dort längerfristige Volumenzusagen eingehen.“

Die Dimensionen des Halbleitermangels sind in der Branche inzwischen enorm. Der gesamten Autoindustrie könnten 2021 laut einer Schätzung der Beratungsfirma Alix Partners Einnahmen von gut 210 Milliarden US-Dollar (179 Mrd Euro) entgehen. (vh mit dpa)

Adblock test (Why?)


VW: Wolfsburger Werk steht fast still! Düstere Kurzarbeit-Prognose für Oktober - News38
Read More

E-Commerce : So will die Otto Group die Schwächen von Amazon für die Expansion nutzen - Handelsblatt

Düsseldorf Für die Otto Group, Deutschlands zweitgrößten Onlinehändler, war die Pandemie geradezu ein Konjunkturprogramm. Das hat sich auch in der gerade abgelaufenen ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021/22 gezeigt – mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten.  

So konnte das Unternehmen, zu dem auch mehrere Händler mit stationären Ketten gehören, den Umsatz im ersten Halbjahr um gut 20 Prozent steigern. Die E-Commerce-Tochter Otto.de wuchs sogar um 30 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Otto Group einen Umsatz von 15,6 Milliarden Euro gemacht. Zum Halbjahr berichtet das Familienunternehmen keine absoluten Umsatzzahlen.

Damit wächst Otto aktuell sogar dynamischer als der große Konkurrent Amazon, bei dem der Boom aus der Coronazeit schon wieder abebbt. Otto profitiert dabei besonders von seiner Logistik.

„Wir haben in den vergangenen Jahren einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in die Logistikcenter investiert“, sagt Alexander Birken, Chef der Otto Group, im Interview mit dem Handelsblatt: „Das ist ein Glücksfall für uns, denn es ist heutzutage schwer, an gute Logistikflächen zu kommen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Das spürt auch der große Konkurrent Amazon. Während Otto zumindest im Moment noch ungebremst zulegt, stößt der größte Konkurrent Amazon jetzt schon deutlich an Wachstumsgrenzen. So hatte das Unternehmen in seinem eigenen Onlinehandel im abgelaufenen Quartal nur noch um 16 Prozent zugelegt.

Grafik

Für das aktuelle Quartal rechnet Amazon insgesamt noch mit einem Umsatzwachstum zwischen zehn und 16 Prozent. Da das Cloudgeschäft regelmäßig einen überproportionalen Anteil am Umsatzwachstum hat, dürfte damit der Handelsbereich von Amazon wohl nur noch einstellig wachsen.

Logistik wird zum Flaschenhals im E-Commerce

Das hat einen klaren Grund. „Die Logistik wird immer mehr zum Flaschenhals im E-Commerce“, beobachtet Nils Zündorf, E-Commerce-Experte und Geschäftsführer der größten europäischen Amazon-Agentur factor-a. „Auch Amazon stößt wegen fehlender Logistikkapazitäten massiv an Wachstumsgrenzen“, sagt Zündorf. Die Agentur factor-a berät Markenhersteller beim Geschäft auf Amazon und kennt deshalb die Zahlen der Marktplätze genau.

Grafik

Amazon habe Schwierigkeiten, die Flächen zu bekommen, um neue Logistikcenter zu bauen. „In vielen Kommunen wächst der Widerstand gegen neue Logistiklager“, erklärt der Handelsexperte.

Da ist die Otto Group im Vorteil, sie hat sich rechtzeitig umfangreiche Logistikflächen gesichert. Damals habe das Unternehmen sich noch Gedanken darüber gemacht, wie es diese Kapazitäten auslasten könne. „Heute sind wir heilfroh, dass wir dieses Investment getätigt haben“, so Birken. 

Der Chef der Otto Group gibt sich entsprechend angriffslustig: „Wenn wir uns stetig weiterentwickeln und unsere Werte leben, dann haben wir eine gute Chance, auch gegen die großen Wettbewerber aus den USA und aus China zu bestehen.“ Im vergangenen Jahr habe die Otto Group – auch dank Anteilsverkäufen – „die beste Gewinnsituation in der Firmengeschichte“ gehabt: „Und wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr wieder auf dem gleichen hohen Niveau beim operativen Gewinn unterwegs sein werden.“

Amazon verärgert Händler auf dem Marketplace

„Zurzeit kann man bei vielen großen Händlern beobachten, dass sie in Lagerflächen investieren, um lieferfähig zu bleiben“, bestätigt E-Commerce-Experte Zündorf. Der Onlinehändler Berlin Brands Group beispielsweise hat angekündigt, zusätzliche Versandzentren mit einer Gesamtkapazität von rund 150.000 Kubikmetern zu errichten. Auch die Handelsplattform Galaxus will ihre Lagerfläche in Krefeld fast vervierfachen.

Mit den Logistikproblemen hat Amazon viele Dritthändler auf seinem Marketplace zusätzlich gegen sich aufgebracht. „Seit dem Frühjahr hatte Amazon massiv bestellt und eingelagert“, berichtet Zündorf, „offenbar hatte sich der Algorithmus an den hohen Mengen des Vorjahres in der Hochphase der Corona-Pandemie orientiert.“

Die Folge: Die Lager seien jetzt voll mit Waren, die nicht verkauft werden können. „Für Händler heißt das, dass sie weniger in den Amazon-Lagern einlagern dürfen und viel öfter kleinere Mengen nachliefern müssen, was für sie mit höheren Kosten und weniger Flexibilität verbunden ist.“

Ebay will Geschäft von Amazon weglocken

Ebay hat genau da angesetzt und eine eigene Logistik für Händler der Plattform aufgebaut – in der Hoffnung damit Geschäft von Amazon weglocken zu können. Zusammen mit dem Logistikunternehmen Fiege hat es ein Liefernetzwerk gestartet, das genau auf die Bedürfnisse kleiner Händler zugeschnitten ist.

Grafik

Aber auch Otto verzeichnet auf seinem eigenen Marktplatz einen Zustrom von Händlern, die eine Alternative zu Amazon suchen. War es das Ziel, bis Ende vergangenen Jahres 1500 Händler und Marken auf die Otto-Plattform zu bekommen, sind es jetzt schon 2.200.

„Wir haben einen großen Zugang an Partnern, die auf anderen Plattformen aufgrund von Logistikproblemen an Wachstumsgrenzen stoßen“, bestätigt Birken. Das Interesse habe aber auch andere Gründe. „Wir erleben einen großen Zuspruch, weil uns die Partner als fair und transparent empfinden“, sagt der Otto-Chef.

„Wir sorgen beispielsweise dafür, dass wir keine Grauimportware auf der Plattform haben und dass jeder unserer Verkaufspartner – auch die aus China – in Deutschland seine Umsatzsteuer abführt“, bekräftigt Birken. Gerade Amazon war immer wieder dafür kritisiert worden, dass viele der chinesischen Händler auf der Plattform jahrelang in Deutschland keine Umsatzsteuer abgeführt hatten. Für die deutschen Marktplatzhändler war das ein großer Wettbewerbsnachteil.

„Es wurde immer wieder kolportiert: Es kann nur einen Marktplatz geben. Im E-Commerce gibt es das Highlander-Prinzip aber nicht“, betont der Otto-Chef. Der Markt sei groß genug und die Konsumenten und Konsumentinnen wollten eine Alternative haben. „Und auch für Marken und Handelspartner ist die Abhängigkeit von nur einem Marktplatz ungesund.“

Modehandel wieder im Aufschwung

Bei der Otto Group insgesamt war die Umsatzmaschine nach Birkens Worten schon sechs bis acht Wochen nach dem ersten Lockdown wieder voll angelaufen, aber zunächst mit einer ganz anderen Struktur als zuvor. „Wir haben viel mehr Technik verkauft, Möbel, Baumarktartikel und große Haushaltsgeräte, weil die Menschen angefangen haben, sich ihr Zuhause schön zu machen“, erklärt Birken. Nun komme auch die Mode wieder dazu.

„Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres erleben wir jetzt einen starken Aufschwung bei den Modeartikeln, da werden Käufe nachgeholt, die im vergangenen Jahr nicht getätigt wurden“, sagt Birken. So konnte der auch zur Gruppe gehörende Modehändler Bonprix den Umsatz um 17 Prozent steigern.

Die Unternehmen der Otto Group hätten keine hohen Lagerbestände, die sie mit Rabatt abverkaufen müssten. Dabei habe auch die Digitalisierung der Lieferkette geholfen. „Mithilfe Künstlicher Intelligenz können wir die Nachfrage relativ genau vorhersagen und auf diese Weise sehr gezielt die Waren bestellen“, erläutert Birken.

Die Otto Group wächst dabei nicht nur mit ihren reinen Onlinehändlern, auch die traditionellen Händler der Gruppe konnten zulegen. „Wir fahren jetzt die Ernte unserer jahrelangen Digitalinvestments ein“, erklärt Birken.

Manufactum-Geschäft in Bremen

Möbel, Dekoration und Haushaltswaren waren während der Pandemie sehr gefragt.

(Foto:&#160Manufactum)

Wie stark sich die Investments in Digitalisierung ausgezahlt haben, könne man insbesondere bei den Einrichtungshäusern wie Manufactum und Crate and Barrel sehen. „Beide Firmen hatten im Lockdown ihre Stationärgeschäfte, die jeweils 50 Prozent ihrer Geschäfte ausmachen, vorübergehend komplett geschlossen“, so Birken. Aber beide hätten es geschafft, den Umsatzausfall durch das Onlinegeschäft überzukompensieren. „Wir waren gut vorbereitet auf das, was da auf uns zugekommen ist.“

Mehr: So wird Tiktok zum Amazon der nächsten Generation.

Adblock test (Why?)


E-Commerce : So will die Otto Group die Schwächen von Amazon für die Expansion nutzen - Handelsblatt
Read More

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX schließt tief im Minus -- US-Börsen schließen uneinheitlich -- Siemens Energy neue Struktur -- CTS Eventim macht Gewinn -- ADLER Group, Lufthansa, Snap, Zoom im Fokus - finanzen.net

Der deutsche Aktienmarkt brach seine Erholung am Dienstag bereits wieder ab. Der DAX fiel bereits zur Eröffnung zurück und bewegte sich au...