
Evergrande-Gebäude in Hongkong: Höchstverschuldetes Immobilienunternehmen der Welt
Foto: JEROME FAVRE / EPAKrisenunternehmen: Handel mit Aktien von Evergrande in Hongkong ausgesetzt - DER SPIEGEL
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Evergrande-Gebäude in Hongkong: Höchstverschuldetes Immobilienunternehmen der Welt
Foto: JEROME FAVRE / EPADer Handel mit Aktien des schwer angeschlagenen chinesischen Immobilienriesen Evergrande an der Börse in Hongkong ist ausgesetzt worden. Einen Grund nannte die Hongkonger Börse in ihrer Mitteilung am Montag nicht. Es ist das erste Mal in der jüngsten Liquiditätskrise des mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar verschuldeten Unternehmens, dass der Handel mit seinen Aktien ausgesetzt wurde.
Neben der Evergrande Group (EVG) wurden auch die Aktien des Hausverwaltungs-Arms Evergrande Property Services nicht gehandelt. Dagegen ging das Geschäft mit der Elektroauto-Sparte Evergrande New Energy Vehicle Group unverändert weiter. Vor dem Hintergrund von Zahlungsschwierigkeiten sind die Aktien der Evergrande Group in diesem Jahr schon um rund 80 Prozent gefallen.
Evergrande gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Die Probleme des Konzerns haben international Besorgnis über den Zustand des chinesischen Immobiliensektors ausgelöst. Erst vergangene Woche hatte Evergrande eine Bank-Beteiligung für zehn Milliarden Yuan (1,3 Milliarden Euro) verkauft, um sich etwas Luft zu verschaffen.
San Francisco Während die Autobranche unter globalen Chip-Engpässen ächzt, hat Tesla einen Auslieferungsrekord geschafft. Der US-Elektroautobauer brachte im dritten Quartal weltweit gut 241.300 Fahrzeuge zu den Kunden, gut 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Analysten hatten lediglich mit rund 229.200 Fahrzeugen gerechnet. Für Tesla ist es das sechste Quartal mit Zugewinnen. Die Produktion stieg in den drei Monaten um 15 Prozent auf 237.823 Fahrzeuge verglichen mit dem Vorquartal. Der E-Auto-Bauer hatte vor kurzem seine Mitarbeiter zur Höchstleistung angetrieben. Die Angestellten sollten sich anstrengen, um Produktionsprobleme Anfang des dritten Quartals aufzufangen.
Der von Elon Musk geführte Autohersteller hatte wegen des Chipmangels ebenfalls mit Lieferverzögerungen und Produktionspausen zu kämpfen.
Die am Wochenende vorgelegten Zahlen zum US-Autoabsatz zeigen jedoch, wie schwer manche andere Hersteller vom Chipmangel getroffen wurden. So fielen beim größten US-Autokonzern General Motors die Verkäufe im Heimatmarkt um fast ein Drittel auf knapp 447.000 Fahrzeuge, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Toyota konnte dagegen sogar leicht zulegen und liegt nach den ersten neun Monaten des Jahres deutlich vor dem langjährigen Marktführer GM.
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Beim japanischen Branchenriesen legte der US-Absatz im dritten Vierteljahr um 1,4 Prozent auf gut 566.000 Fahrzeuge zu. Nach drei Quartalen kommt Toyota nun auf knapp 1,858 Millionen Wagen - und GM liegt bei 1,777 Millionen.
Wegen der Chipknappheit mussten diverse Hersteller in den vergangenen Monaten die Produktion aussetzen oder konnten Fahrzeuge nicht fertigstellen. GM verwies speziell auf Engpässe bei der Halbleiter-Produktion in Malaysia, die Lage werde aber besser.
Der Produktionsausfall in der Autobranche durch den akuten Mangel an Elektronik-Bauteilen nimmt nach Schätzungen von Unternehmensberatern insgesamt immer größere Ausmaße an. „Wir gehen davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr nicht gebaut werden können“, sagte Albert Waas, Partner bei der Unternehmensberatung Boston Consulting, der „Welt am Sonntag“.
Auch die Beratungsgesellschaft PwC rechnet laut einem „Spiegel“-Bericht damit, dass 2021 bis zu elf Millionen Autos weniger produziert und verkauft werden als im Vorjahr. „Die Probleme haben sich im dritten Quartal verschärft und werden bis weit in das nächste Jahr andauern“, sagte der Leiter des Bereichs Automotive bei PwC, Felix Kuhnert, dem Magazin.
Erst kürzlich hatte die Beratungsfirma Alix Partners geschätzt, dass wegen fehlender Chips der Autobranche in diesem Jahr Einnahmen von gut 210 Milliarden Dollar (179 Mrd Euro) entgehen.
Die Autobranche wird besonders schwer von den Halbleiter-Engpässen getroffen. Ein Grund ist, dass die Geschäfte mit ihr wegen relativ niedriger Stückzahlen für die Chipkonzerne weniger lukrativ sind als beim Verkauf an große Elektronikkonzerne. Viele Autohersteller hatten zu Beginn der Pandemie zudem selbst Nachfrageeinbrüche - in der Folge stornierten sie bereits zugesagte Mengen bei den Halbleiterfirmen. Jetzt, wo das Autogeschäft wieder besser läuft, fehlen diese Chips.
Auslöser der Halbleiter-Knappheit war unter anderem die erhöhte Nachfrage nach Notebooks und anderen Elektronikprodukten in der Coronakrise. Aber auch generell braucht jede Industrie immer mehr Chips.
Erschwerend kam hinzu, dass Chiphersteller in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten bei einigen Halbleiter-Arten angesichts zunächst schwacher Nachfrage zurückgefahren hatten und diese jetzt nicht wieder schnell aufstocken können.
Der US-Absatz deutscher Autohersteller entwickelte sich im vergangenen Quartal unterschiedlich. Bei Volkswagen sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um acht Prozent auf 79.321. Die Sportwagen-Tochter Porsche verkaufte mit 15.289 Autos 1,7 Prozent weniger. Bei der Tochter Audi gingen die Neuzulassungen sogar um 14, Prozent auf 41.019 Stück zurück.
BMW legte dagegen in den USA um 8,7 Prozent auf 75.619 Fahrzeuge zu. Seit Jahresanfang setzte der Konzern mit 243.613 Autos sogar 35,4 Prozent mehr ab als in den ersten neun Monaten 2020. Bei Volkswagen steht seit Jahresanfang ein Plus von 29,9 Prozent auf 51.615 Autos in den Büchern.

Stand: 03.10.2021 15:54 Uhr
In den USA sollen ab Dezember nur noch Unternehmen mit geimpften Mitarbeitern staatliche Aufträge bekommen. Unter diesem Druck führen nun weitere Airlines eine Impfpflicht ein. Das würde auch die Lufthansa gerne tun.
Unter dem Druck staatlicher Anforderungen verpflichten weitere US-Airlines ihre Mitarbeiter zu Corona-Schutzimpfungen. Am Wochenende haben dies American Airlines, Alaska Airlines und Jet Blue verfügt - wie unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Rundschreiben an die Beschäftigten berichteten.
US-Präsident Joe Biden hat verfügt, dass ab 8. Dezember nur noch Unternehmen mit geimpften Mitarbeitern staatliche Aufträge bekommen können. Mehrere Fluggesellschaften gehen davon aus, dass sie unter dieses Regel fallen.
United Airlines hatte schon zuvor Corona-Impfungen für alle Mitarbeiter vorgeschrieben. Mehr als 96 Prozent haben die Vorgabe erfüllt, knapp 600 Beschäftige weigerten sich aber und sollten entlassen werden. Rund die Hälfte von ihnen lenkte danach doch noch ein, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf United berichtete.
Auch die Deutsche Lufthansa würde gern eine Impfpflicht für ihr Flugpersonal einführen. Andernfalls ist nach Angaben der Airline ein stabiler, weltweiter Flugbetrieb künftig nicht darstellbar. Einzelne Länder wie Hongkong verlangten die Impfung für Piloten, Pilotinnen, Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen bereits. "Als weltweit operierende Airline befürworten wir eine verpflichtende Impfung für unsere Crews und brauchen darüber hinaus eine Möglichkeit zur Erfassung der Impfdaten", bekräftigte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser in der "Bild am Sonntag".
Der Konzern rechne damit, dass Kanada und die USA bald ähnliche Regelungen erlassen werden. "Bei den Hongkong-Crews müssen die Mitarbeiter vor Abflug allgemein angeben, ob sie die Einreisebestimmungen erfüllen. Dazu gehört in Hongkong eben auch die Corona-Impfung", sagte ein Lufthansa-Sprecher der Zeitung.
Die Lufthansa will ihr fliegendes Personal bereits seit längerem vollständig gegen Corona impfen lassen, kann dafür aber bisher nicht auf eine Impfpflicht wie bei der Schweizer Tochter Swiss setzen. Die Lufthansa-Tochter hatte diese im August eingeführt und will Kabinenpersonal kündigen, das sich nicht gegen das Coronavirus impfen lässt. Bis 1. Dezember müssen alle vollständig geimpft sein.
Bereits seit Jahrzehnten sei der Nachweis anderer Impfungen etwa gegen Gelbfieber für Lufthansa-Crews im Langstreckeneinsatz üblich, um die Einreisevoraussetzungen vieler Ländern zu erfüllen, hieß es von der Lufthansa. Für die Einsatzplanung müsse es zumindest möglich sein, die Covid-Impfdaten von Crews zu erfragen und zu erfassen.

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Toilettenpapier könnte im Winter deutlich teurer werden. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" will der schwedische Konzern Essity, zu dem die Marken Zewa und Tempo gehören, in Preisverhandlungen mit dem Einzelhandel einen Aufschlag von mindestens fünf Prozent durchsetzen. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Handel dies an die Kunden weitergeben würde.
Essity-Chef Magnus Groth begründete den geplanten Aufschlag in der "FAS" mit steigenden Kosten für Energie und Fracht, aber auch einer wieder deutlich zunehmenden Nachfrage nach Altpapier und Zellstoff. Essity hat die Preise demnach im Frühjahr schon einmal um fünf Prozent erhöht, dies habe sich aber nicht so stark auf die Einzelhandelspreise ausgewirkt.
Laut Statistischem Bundesamt lag der Durchschnittspreis für eine Rolle Klopapier im Sommer 2021 etwa auf demselben Niveau wie im Winter 2020, also vor Beginn der Corona-Pandemie. Im vergangenen Jahr hatten zeitweise aus Furcht vor Lieferengpässen viele Deutsche Klopapier gehortet.
Damit sei jedoch nun nicht zu rechnen, betonte Groth. "„Die Rohstoffe sind verfügbar, unsere Fabriken laufen ohne Einschränkungen", sagte der Essity-Chef der "FAS". © AFP
Leere Regale, ausverkaufte Produkte wie Mehl oder Klopapier, Chaos – die Corona-Pandemie machte im Frühjahr des vergangenen Jahres auch Supermärkten und Discountern zu schaffen. Dem will Aldi nun vorbeugen: Aldi Süd hat einen Plan für derlei Ausnahmesituationen aufgestellt, um im Krisenfall gerüstet zu sein. Oder auch im Kriegsfall. Ein Plan, der für viel Kritik sorgt.
Die Nachricht kurz vor dem Wochenende hat Schockpotenzial: Opel schließt sein Werk in Eisenach – bis Anfang kommenden Jahres. Was Zehntausende Arbeiter in den Autofabriken im Land in diesem Jahr schon erleben mussten, trifft nun auch die 1300 Opelaner in Thüringen: Sie gehen in Kurzarbeit, weil Bauteile für die Produktion fehlen.
Alle Autohersteller leiden seit Monaten unter Materialengpässen, vor allem Halbleiter für elektronische Steuergeräte sind knapp. Deswegen müssen sie die Bänder anhalten, mal tage- oder wochenweise, an manchen Standorten über Monate hinweg.
Trotz voller Auftragsbücher schrumpft die Produktion. Mercedes-Benz, Volkswagen, Ford oder BMW – alle sind betroffen, global. „Wir gehen davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr nicht gebaut werden können“, sagt Albert Waas, Partner bei Boston Consulting.
Noch vor einem Monat hatte er die Ausfälle auf sieben bis acht Millionen Wagen geschätzt. Für das kommende Jahr rechnet Boston Consulting global mit einem Minus von fünf Millionen Autos. „Der Chipmangel bremst die wirtschaftliche Erholung der Autoindustrie nach Corona ab“, sagt Waas.
Nicht aber die der Aktionäre. Die Gewinne der Unternehmen sind im ersten Halbjahr trotz massiver Produktionsausfälle auf ein Rekordniveau gestiegen. 71,5 Milliarden Euro verdienten die 16 größten Autokonzerne der Welt laut einer Auswertung von EY bis zum Sommer.
Die deutschen Hersteller kamen dabei auf eine Marge von 11,2 Prozent, bei BMW betrug sie sogar 14,5 Prozent. Für das Gesamtjahr haben die Bayern nun ihre Gewinnprognose angehoben. „Zwar wird aufgrund der weiterhin angespannten Liefersituation bei Halbleitern auch in den nächsten Monaten mit Beeinträchtigungen von Produktion und Absatz gerechnet. Die BMW AG erwartet jedoch, dass anhaltend positive Preiseffekte bei den Neu- und Gebrauchtwagen im Gesamtjahresergebnis die negativen Absatzeffekte überkompensieren“, erklärt das Unternehmen in bestem Börsendeutsch.
Übersetzt heißt das: Statt auf Masse setzen die Hersteller in der Chipkrise auf Klasse. Gebaut werden vorrangig diejenigen Modelle, die dem Unternehmen am meisten Gewinn bringen. Rabatte müssen sie ihren Kunden angesichts des Nachfrageüberhangs nicht mehr einräumen, auch die Preise für Gebrauchtwagen sind deutlich gestiegen. Und die Kosten in den Werken können die Konzerne dank Kurzarbeit flexibel nach unten schrauben.

Wie schon im ersten Corona-Jahr profitieren alle von diesem Arbeitsmarktinstrument. Mit Ausnahme der Steuerzahler, denn die Bundesagentur für Arbeit kann die Milliardenkosten des Kurzarbeitergelds nicht mehr aus der eigenen Kasse finanzieren. Nachdem Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Leistungen in der Krise ausgeweitet hat, fallen für die Unternehmen kaum noch Kosten für Kurzarbeiter an.
Dank IG-Metall-Verträgen sind die Abschläge für die Beschäftigten überschaubar. In Eisenach etwa stockt der Stellantis-Konzern, zu dem Opel gehört, das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Lohns auf. Die Arbeiter haben also bis 2022 frei und bekommen trotzdem nur zehn Prozent weniger Geld.
Das Modell Opel Grandland X bauen Kollegen im Stellantis-Werk im französischen Sochaux weiter, dort produzieren sie auch das fast baugleiche Schwestermodell Peugeot 3008. Für den Konzern dürfte diese Arbeitsaufteilung billiger sein, als zwei Werke gleichzeitig auf halber Kraft laufen zu lassen.
Bereichern sich die Autokonzerne auf Kosten der Sozialkassen, wie es Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Opel vorwirft? „Es gibt mit Sicherheit Optimierungsversuche, dafür ist die Kurzarbeit aber nicht gedacht“, sagt Kai Bliesener, Leiter des Bereichs Fahrzeugbau und Zulieferer beim Vorstand der IG Metall.
„Die Gefahr von Missbrauch besteht natürlich. Aber die Chipkrise ist real, man darf sie nicht kleinreden.“ Da die Auftragsbücher der Hersteller voll sind, viele Kunden monatelang auf ihre Autos warten müssen, könnte ja produziert werden. Nur mangelt es an Vorprodukten.
Bliesener sorgt sich um die Zulieferunternehmen, deren finanzielle Lage vor Corona schon schwach war. Sie stecken nun in der Klemme: Einerseits können sie weniger Teile an die Hersteller liefern, andererseits müssen sie die gestiegenen Materialpreise zum Großteil selbst verkraften.
So kommen Teile der Autoindustrie aus dem Krisenmodus nicht heraus. Im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen aufgrund von Corona für 822.000 Personen Kurzarbeit angemeldet, für manche davon mehrfach. Diese Zahl der Bundesagentur für Arbeit entspricht in etwa der Gesamtbelegschaft der Industrie.
Die Hochzeit der Kurzarbeit waren die Lockdown-Monate März und April 2020, als ein Großteil der Werke stillgelegt wurde. Danach hielt die Normalisierung der Produktion aber nur von September bis November, seit Dezember 2020 sind im Durchschnitt jeden Monat wieder mehr als 20.000 Beschäftigte neu in Kurzarbeit gemeldet worden. In diesem Jahr lag der Höhepunkt im Juli bei 48.837 Kurzarbeitern in der Autoindustrie.
Im Oktober könnte diese Zahl wieder übertroffen werden. Allein schon, weil bei Volkswagen im Stammwerk Wolfsburg seit Freitag alle Bänder stillstehen. Mit Ausnahme eines Tages wird dort bis zum 15. Oktober kein Auto produziert. Mehr als 60.000 Mitarbeiter hat VW in Wolfsburg, für alle am Band hat der Konzern Kurzarbeit angemeldet.
Auch wenn die finanziellen Folgen für die Autobauer nicht dramatisch sind, macht die Kurzarbeit den Mitarbeitern Angst, sagt Gewerkschafter Bliesener. „Allein schon die Tatsache verstärkt die Sorge der Menschen um den eigenen Arbeitsplatz.“
Dazu komme, dass die Ausfälle oft sehr kurzfristig angekündigt werden. So ist es beispielsweise im Ford-Werk in Saarlouis, das WELT AM SONNTAG im Mai besichtigt hatte, als dort die Produktion stillstand. Nach mehr als einem halben Jahr Kurzarbeit wird dort seit Mitte August wieder produziert – und von Woche zu Woche neu entschieden, ob die Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit gehen müssen.
Die Fiesta-Produktion in Köln hat Ford wegen des Materialmangels bis Ende Oktober eingestellt. Was mit den Werken nach der Krise geschieht, ist noch nicht klar. Ford hat sehr spät mit dem Umstieg auf die Elektromobilität begonnen und noch keine schlüssige Strategie für sein künftiges Geschäft auf dem Alten Kontinent vorgelegt.
„Wir werden in Europa nicht mehr die Produktionszahlen erreichen, die wir vor der Krise hatten“, sagt Berater Waas. Er rechnet zwar nicht mit einer Welle von Fabrikschließungen, allein schon wegen der starken Rolle der Gewerkschaften. Dennoch werde es weitere Verlagerungen nach Osteuropa und China geben. Und Werke in Europa, die sich nicht rechnen, könnten ja auch verkauft oder anders genutzt werden.
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Die Vorzeichen stehen alles andere als gut. Die Corona-Pandemie sorgt bei den für die Elektroautos so wichtigen Speicherchips für Engpässe. Tesla zeigt sich davon denkbar unbeeindruckt. Der E-Autobauer bringt deutlich mehr Fahrzeuge an seine Kunden als noch im Jahr zuvor.
Der Elektroautohersteller Tesla hat dem globalen Trend getrotzt und seine Auslieferungen im dritten Quartal stärker als erwartet gesteigert. Der Konzern übergab in den drei Monaten 241.300 Fahrzeuge an seine Kunden, nach 139.593 im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich mit 229.242 gerechnet.
Der E-Autobauer hatte vor kurzem seine Mitarbeiter zur Höchstleistung angetrieben. Die Angestellten sollten sich anstrengen, um Produktionsprobleme Anfang des dritten Quartals aufzufangen. Tesla hat wie die gesamte Automobilindustrie die Engpässe bei Speicherchips zu spüren bekommen. Die Branche leidet derzeit besonders darunter, dass in Malaysia und Thailand im Kampf gegen die Corona-Pandemie Fabriken schließen mussten.
Die meisten Autohersteller mussten im dritten Quartal teils deutliche Absatzrückgänge verkraften. Tesla erreichte jedoch das besagte Wachstum, obwohl die weltweiten Lieferketten wegen des Mangels an Halbleitern aktuell gestört sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen dürfte der Konzern von CEO Elon Musk sein Jahresziel, die Auslieferungen des Vorjahres in Höhe von knapp einer halben Million Autos um 50 Prozent zu übertreffen, klar erreichen. In den ersten neun Monaten kam Tesla auf rund 627.000 Autos.
Analysten rechnen damit, dass Tesla für das dritte Quartal einen Gewinn von rund 1,1 Milliarden Dollar ausweisen wird, bei einem Umsatz von mehr als 13 Milliarden Dollar. Im Vergleichszeitraum hatte der Konzern einen Gewinn von 331 Millionen Dollar bei Erlösen von 8,8 Milliarden Dollar erzielt.
Vor allem Spiele-Apps tragen zu den Rekordumsätzen der App-Branche bei - wie das beliebte und umstrittene Glücksspiel Coin Master.
Der deutsche App-Markt erreicht im Jahr 2021 ein Rekordhoch, prognostiziert der Branchenverband Bitkom – und sieht unter anderem die Corona-Krise als Grund.
Ob Spiele, Lernprogramme oder Büroanwendungen – für Handy-Apps geben Smartphone-Nutzer in Deutschland nach Angaben der Branche in diesem Jahr so viel Geld aus wie noch nie. Der Digitalverband Bitkom geht von 2,9 Milliarden Euro Umsatz mit Smartphone-Programmen bis zum Ende des Jahres aus. Innerhalb von zwei Jahren habe sich der Umsatz nahezu verdoppelt, teilte der Verband am Samstag in Berlin mit. Im vergangenen Jahr seien hierzulande 2,3 Milliarden Euro umgesetzt worden, 2019 rund 1,6 Milliarden Euro. Die Zahlen basieren laut Bitkom auf Berechnungen des Marktforschungsinstituts research2guidance.
"Das Angebot an Apps wird immer größer – sie ersetzen die Digitalkamera, das Bücherregal, die Spielekonsole", sagte der Bitkom-Bereichsleiter für Consumer Technology, Sebastian Klöß. "Gerade in der Corona-Krise haben die Menschen mehr Zeit mit ihrem Smartphone verbracht. Sie haben neue Apps ausprobiert und dabei auch mehr Geld ausgegeben – etwa, um mit kostenpflichtigen Online-Kursen fit zu bleiben, sich mit Spielen die Zeit zu vertreiben oder um neue Sprachen zu lernen."
Der Großteil der Umsätze (74 Prozent) entfällt laut Bitkom auf sogenannte In-App-Käufe. Dabei ist für Nutzerinnen und Nutzer ein Handy-Programm grundsätzlich kostenlos, bestimmte Funktionen kosten aber Geld. 16 Prozent der Umsätze würden über Werbeanzeigen in Smartphone-Anwendungen erwirtschaftet. Lediglich jeder zehnte Euro entstehe durch den Kauf eines grundsätzlich kostenpflichtigen Handy-Programms. Im Zuge der Corona-Krise sei der Umsatz-Anteil der bezahlten Apps wieder deutlich gestiegen – von drei Prozent im Jahr 2019 auf aktuell zehn Prozent.
Dennoch bleiben In-App-Käufe beim Umsatz dominant, was sich besonders stark auf dem Spielemarkt zeigt, der auch den Großteil der App-Umsätze in Deutschland für sich verbucht. Laut Branchenverband game (Verband der deutschen Games-Branche e.V.) kamen im ersten Halbjahr 2020 auf 1,108 Milliarden Euro Umsatz mit In-App-Käufen in Spiele-Apps [1] gerade einmal 5,5 Millionen Euro für den Kauf von Spiele-Apps. Kaum ein Spiel ohne In-App-Kauffunktion schafft es in die Charts [2]der umsatzstärksten Spiele-Apps; so führte etwa im August 2021 laut game das umstrittene Glücksspiel Coin Master [3] die Umsatzcharts an.
(Bild: game [4])
Insgesamt werden in diesem Jahr in Deutschland laut Bitkom 3,3 Milliarden Apps heruntergeladen – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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[1] https://www.game.de/marktdaten/umsatz-mit-spiele-apps-im-ersten-halbjahr-2020/
[2] https://www.game.de/marktdaten/top-20-spiele-apps-nach-umsatz-august-2021-2/
[3] https://www.heise.de/select/ct/2019/22/1572012242994351
[4] https://www.game.de/marktdaten/umsatz-mit-spiele-apps-im-ersten-halbjahr-2020/
[5] mailto:acb@ct.de
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Der deutsche Aktienmarkt brach seine Erholung am Dienstag bereits wieder ab. Der DAX fiel bereits zur Eröffnung zurück und bewegte sich au...