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Thursday, September 30, 2021

Reaktion auf Teilemangel: Opel-Werk in Eisenach schließt bis Jahresende | tagesschau.de - tagesschau.de

Stand: 30.09.2021 12:59 Uhr

Der Mangel an Halbleitern und anderen Bauteilen hat immer größere Auswirkungen auf die Autoindustrie. Opel gab nun bekannt, sein Werk in Eisenach mindestens bis Jahresende zu schließen. Für die Beschäftigten werde Kurzarbeit beantragt.

Der Autohersteller Opel schließt sein Werk in Eisenach mindestens bis zum Jahresende und hat Kurzarbeit beantragt. Auslöser der Entscheidung war der anhaltende Mangel an Bauteilen - insbesondere Halbeiter fehlen Opel ebenso wie anderen Autokonzernen.

"Die globale Automobilindustrie befindet sich aufgrund der anhaltenden Pandemie und einem weltweiten Mangel an Halbleitern in einer Ausnahmesituation. In dieser anspruchsvollen und unsicheren Lage plant Stellantis, Anpassungen der Produktion vorzunehmen", begründete ein Sprecher des zum europäischen Großkonzern Stellantis gehörenden Herstellers den Schritt. Zunächst hatte die "Automobilwoche" über die vorübergehende Werksschließung bei Opel berichtet.

1300 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Von dem Schritt betroffen sind nach Angaben des Sprechers 1300 Mitarbeiter. "Für die Beschäftigten ist Kurzarbeit vorgesehen, um die Maßnahme sozialverträglich zu gestalten." Wie viele Fahrzeuge durch den monatelangen Stillstand nun nicht vom Band rollen werden, lasse sich schwer abschätzen, da die Produktion wegen Lieferengpässen und langen Lieferzeiten ohnehin bereits reduziert gewesen sei, hieß es weiter.

In dem Werk in Thüringens sechstgrößter Stadt mit rund 42.000 Einwohnern wird ausschließlich das SUV-Modell Opel Grandland produziert, nachdem die Produktion der Modelle Opel Adam und Corsa im Laufe des Jahres 2019 ausgelaufen war. Im Umfeld des Werks haben sich zudem viele Zulieferbetriebe angesiedelt.

Termin für erneuten Produktionsstart offen

Ein konkretes Datum für die Wiederaufnahme der Produktion in dem Werk wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht nennen. Anfang 2022 solle die Produktion des SUV in Eisenach wieder anlaufen, sofern es die Lieferketten erlaubten. Angaben über die Fortführung der Produktion des Opel Grandland im Werk im französischen Sochaux wurden nicht gemacht.

Erst gestern hat der Volkswagen-Konzern mitgeteilt, dass die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg in der ersten Oktoberhälfte fast komplett ruht.

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DAX stärker -- Asiens Börsen uneinheitlich -- TRATON bekommt neuen Chef -- Staatsanwaltschaft legt Revision nach Freispruch für VW-Manager ein -- HORNBACH, H&M, Roche, GM im Fokus - finanzen.net

Die Erholung beim deutschen Leitindex setzt sich am Donnerstag fort.

So eröffnete der DAX 0,45 Prozent höher bei 15.434,33 Punkten und liegt auch anschließend in der Gewinnzone. Auch der TecDAX legt aktuell zu, nachdem er bereits mit einem Plus von 0,37 Prozent bei 3.742,29 Zählern in den Handel gestartet war.

Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners macht beim DAX derzeit einen "erbitterten Kampf zwischen Bullen und Bären" aus. Noch sei vollkommen offen, wer sich am Ende durchsetzen werde. Völlig unklar sei damit auch die zukünftige Richtung im DAX. "Wir sehen aktuell ein nervöses Hin und Her."

Nach dem schweren Kursrücksetzer am Dienstag hatten zur Wochenmitte erste Schnäppchenjäger dem deutschen Leitindex wieder etwas auf die Sprünge geholfen. Die Erholung sehe aber nur halbherzig aus, sagte am Donnerstagmorgen Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK laut der dpa. Die Furcht vor Stagflation - also einer Mischung aus höherer Inflation bei gleichzeitig strauchelnder Konjunktur - nehme zu, was angesichts der stark steigenden Energiepreise und deren Auswirkungen auf die verfügbaren Einkommen der Menschen nicht verwundere.

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Die europäischen Aktienmärkte präsentieren sich am Donnerstag freundlich.

So startete der EuroSTOXX 50 mit einem Gewinn von 0,22 Prozent bei 4.089,16 Punkten und baut diesen im weiteren Handelsverlauf noch aus.

Zwar sorgte für eine Entspannung, dass ein US-Shutdown zunächst vom Tisch ist. Doch insgesammt herrscht weiterhin Unsicherheit unter den Markteilnehmern. So werde zwar weiter in ausgesuchte Einzelwerte hineingekauft, über dem Gesamtmarkt hingen jedoch zu viele Risikofaktoren, heißt es laut Dow Jones Newswires im Handel.

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An den US-Märkten gab es am Mittwoch teilweise Stabilisierungstendenzen.

Der US-Leitindex Dow Jones verabschiedete sich mit einem Plus von 0,27 Prozent bei 34.390,92 Punkten in den Feierabend. Der NASDAQ Composite konnte seine zwischenzeitlichen Gewinne unterdessen nicht verteidigen und rutschte schlussendlich 0,24 Prozent auf 14.512,44 Indexpunkte ins Minus.

Nach dem Absturz am Vortag kam es am Mittwoch zu einer teilweisen Gegenbewegung in den USA. Allerdings hat sich an den jüngsten Belastungsfaktoren nichts geändert. So droht der Regierung einer erneuter Shutdown, sollten Demokraten und Republikaner zu einer Einigung kommen. Auch die hohe Teuerungsrate treibt Anleger weiterhin um.

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Die wichtigsten asiatischen Börsen schlugen am Donnerstag unterschiedliche Richtungen ein.

In Japan schloss der Leitindex Nikkei mit einem Verlust von 0,31 Prozent bei 29.452,66 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland stieg der Shanghai Composite um 0,90 Prozent auf 3.568,17 Zähler. Dagegen gab der Hang Seng in Hongkong um 0,36 Prozent auf 24.575,64 Zähler ab.

Konjunkturdaten aus der Region hielten sowohl positive als auch negative Überraschungen parat und lieferten damit keine eindeutigen Impulse. Daneben hielten sich die Anleger in Schanghai zurück, weil dort eine einwöchige Feiertagspause bevorsteht. Ansonsten wären die Gewinne wohl noch größer ausgefallen.

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Unter strengen Auflagen: Tesla wird Genehmigung für Werk in Grünheide offenbar erhalten - Tagesspiegel

Der US-Elektrobauer bekommt laut Medienbericht grünes Licht zum Bau seiner Gigafactory in Grünheide. Nachjustieren muss Tesla aber bei Wasser und Störfällen.

Elon Musk, Tesla-Chef, hatte am Tag der offenen Tür die Gigafactory in Grünheide besucht.Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Elektroautobauer Tesla wird einem Medienbericht zufolge eine Baugenehmigung für sein Werk in Grünheide bekommen. Die Genehmigung werde aber an strenge Auflagen geknüpft sein, berichtete das Magazin "Business Insider" unter Berufung auf Regierungskreise.

Das zuständige Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) werde von dem US-Autobauer vor allem beim Thema Wasser und möglicher Störfälle Nachjustierungen einfordern.

Das Landesumweltministerium erklärte, eine Entscheidung werde nach der Online-Erörterung gefällt, die noch bis Mitte Oktober läuft.

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"Zum Ergebnis des Bescheids, zum Termin und den Inhalten können deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch gar keine Aussagen getroffen werden", fügte eine Behördensprecherin hinzu.

Tesla will in Grünheide noch 2021 eine Fabrik eröffnen, in der neben dem neuen SUV Model Y auch Batterien hergestellt werden. (Reuters)

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Wednesday, September 29, 2021

Umstrittenes Verwahrentgelt: Negativzinsen treffen zunehmend kleinere Guthaben - DER SPIEGEL

Lange erhoben Banken sie nur auf Summen von mehr als 100.000 Euro. Doch einer neuen Auswertung zufolge treffen Negativzinsen immer häufiger auch Sparer mit kleinen Guthaben – bei einigen Geldinstituten schon ab 5000 Euro.
Mann an einem Geldautomat in Köln (Archivbild): »Große Dynamik bei Negativzinsen«

Mann an einem Geldautomat in Köln (Archivbild): »Große Dynamik bei Negativzinsen«

Foto: Christoph Hardt / imago images / Future Image
dab/dpa

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Ab Oktober: Das bedeuteten die gelben Plakate an Tankstellen - rosenheim24.de

An größeren Tankstellen hängen ab Oktober gelbe Plakate aus. Autofahrern soll damit ein bestimmter Vergleich erleichtert werden.

Ab Freitag ist es soweit: An größeren Tankstellen hängen ab Oktober 2021 neue, gelbe Plakate mit Preisvergleichen für Autofahrer aus. Sie sollen in aller Kürze zeigen, wieviel Euro durchschnittlich 100 Kilometer Autofahrt kosten – mit den jeweils unterschiedlichen Antriebsstoffen, von Strom über Wasserstoff bis Superbenzin - und für zwei Fahrzeuggrößen. Insgesamt sind es dreizehn Zahlen auf dem gelborangen Aushang. Das Ziel: Sie sollen Autofahrern künftig zeigen, was sie hätten sparen können. Nur für Wasserstoff bei kleineren Fahrzeugen fehlt mangels Daten ein Wert.

Gelbe Plakate an größeren Tankstellen: Energiekostenvergleich für Autofahrer

Warum gibt es das Plakat, was kann es - und was nicht? Es setzt eine europäische Richtlinie um, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schildert. Zweck ist „künftige Kaufentscheidungen der Verbraucher bei der Personenkraftfahrzeugwahl zu unterstützen“, wie es im Gesetzestext heiße. Ein Preisvergleich also kurz und bündig aufgezeigt.

Grundsätzlich findet man das auch beim ADAC für sinnvoll, um Transparenz herzustellen und „auch die Kaufentscheidung ein Stück weit zu beeinflussen“, wie dpa berichtet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüße die Kennzeichnung ebenfalls: „Der Vergleich macht deutlich, dass die Elektromobilität für viele Autofahrerinnen und -fahrer nicht nur eine klimafreundliche, sondern auch eine finanziell attraktive Alternative ist“, heiße es von dort.

Lesen Sie zudem: Hohe Benzinpreise: So können Sie als Autofahrer trotzdem eine Menge Sprit sparen

Was steht auf den gelben Plakaten an der Tankstelle?

Was zeigt das Plakat? Dem aktuellen Plakat - es soll vierteljährlich aktualisiert werden und kann beim Wirtschaftsministerium heruntergeladen werden - ist beispielsweise zu entnehmen, dass ein Mittel- oder Oberklassewagen mit Superbenzin 11,42 Euro Sprit- beziehungsweise Energiekosten pro 100 Kilometer verursacht. Mit Super E10 wären es 11,00 Euro, mit Diesel 7,48, mit einem Stromer 4,84. Erdgas H schlüge mit 6,39 Euro zu Buche, Autogas mit 4,96 und Wasserstoff mit 7,60.

Wie kommen diese Werte zustande? Für jede Antriebsart in jeder der beiden Fahrzeugkategorien werden die drei meistverkauften Fahrzeuge und deren offizieller Verbrauch nach dem aktuellen Fahrzyklus WLTP herangezogen. So erhält man einen Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer. Zusammen mit dem Preis für den jeweiligen Energieträger ergeben sich dann Kosten pro 100 Kilometer. Beim Preis verwendet das Ministerium den Durchschnittswert des zweiten Quartals. Diese Zahlen sind auf dem Plakat aber nicht angegeben.

Lesen Sie auch: Corona-Schutzmasken im Auto sollen künftig zur Pflicht werden

Angaben über Verbrauch beim Tanken - was Kritiker dazu sagen

Wie genau sind die Angaben?

Auch wenn die Werte auf den Cent genau ausgerechnet und angegeben werden, können es aus mehreren Gründen nur grobe Vergleichswerte sein, wie dpa weiter schreibt. Zum einen fährt der Verbraucher, der das Plakat beim Tanken liest, wahrscheinlich ein anderes Auto mit einem anderen Verbrauch. Auch sein Fahrstil macht hier einen großen Unterschied.

Zudem werden für die Berechnung nach Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit die Durchschnittspreise des zweiten Quartals verwendet. Seither ist beispielsweise Diesel um rund 9 Cent pro Liter teurer geworden, wie sich aus Zahlen des ADAC ergebe.

Und schließlich ist es - wie der Name schon sagt - nur ein Vergleich der Energiekosten. Andere Kosten rund ums Auto wie Anschaffung, Reparaturen, Versicherung und Steuer bleiben naturgemäß außen vor - obwohl sie den Posten Energiekosten in der Regel deutlich übersteigen.

Lesen Sie ebenfalls: Digitaler Führerschein: So soll die Anwendung am Smartphone künftig funktionieren

Sonderfall Stromer

Besonders anfällig für Verzerrungen sei die Berechnung ausgerechnet bei Elektroautos, die laut Vergleich am günstigsten fahren, wie dpa weiter berichtet. „Es fehlt die Information, dass bei E-Autos der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt ist“, kritisiert dem Bericht zufolge der Mineralölwirtschaftsverband MWV. „Öffentliches und vor allem schnelles Laden ist meist teurer, und das reduziert den Preisunterschied zum Benziner erheblich.“

Laut Energiewirtschaftsverband BDEW liege ein typischer Haushaltsstromtarif etwas über 30 Cent pro Kilowattstunde. An öffentlichen Ladesäulen seien es aber eher 39 bis 45 Cent und an Schnellladesäulen sogar 49 bis 79 Cent. Dahinter stecken unter anderem Kosten für die Infrastruktur, Betrieb, Wartung, Flächennutzung und die Zahlungsabwicklung. Doch auch diese Preise müssten berücksichtigt werden, damit die Angaben auf dem Plakat „mit den persönlichen Erfahrungen in Einklang gebracht werden können“, fordert der BDEW dem dpa-Bericht zufolge.

Das Wirtschaftsministerium rechtfertigt die Nutzung des Haushaltsstromtarifs demnach unter anderem damit, dass mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause stattfänden. Mittelfristig sollen aber auch die Kosten für das Laden unterwegs mit in die Berechnung einfließen.

Auch interessant: Auto waschen am Sonntag erlaubt oder verboten? Diese Regeln gelten in Bayern

An welchen Tankstellen sind die gelben Plakate zu finden?

Wo muss das Plakat hängen?

Tankstellen mit sieben Mehrfachzapfsäulen und mehr müssen es aufhängen oder auf einem Bildschirm präsentieren. Laut Schätzung des Tankstellenverbands ZTG betreffe das allerdings nur etwa 1.500 der 14.500 Tankstellen in Deutschland, heißt es in dem Bericht. Ab Freitag können sich Autofahrer vor Ort selbst ein Bild von den neuen Postern verschaffen.

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VW-LKW-Sparte: Gründler wirft hin - Süddeutsche Zeitung - SZ.de

Die Pressemitteilung, die da am Mittwochabend um 19:46 Uhr vom Volkswagen-Konzern verschickt wurde, kommt unvermittelt, hart - aber doch scheint sie in gewisser Weise konsequent zu sein: "Der Aufsichtsrat der Traton SE hat heute einen zweifachen Vorstandswechsel bei Traton entschieden", heißt es. Gesamtchef Matthias Gründler und Finanzchef Christian Schulz werden demnach vor Vertragsende ausscheiden, und zwar bereits an diesem Donnerstag.

Traton, das ist die Holding, in der die schweren Lastwagen bei Volkswagen gebündelt sind. Da ist zum einen der Münchner Lastwagen-Bauer MAN, der gerade mit Werksschließungen und Stellenabbau beschäftigt ist. Da ist zum anderen der schwedische Truckhersteller Scania, diese strahlende Premiummarke. Und da ist seit Kurzem auch noch der darbende US-amerikanische Hersteller Navistar. Drei unterschiedliche Firmen und Kulturen, darüber die Holding mit dem Kunstnamen und darüber schließlich noch der Haupteigentümer Volkswagen aus Wolfsburg. Das ist alles nicht einfach zu organisieren, zumal in Umbruchzeiten: Auch Lkw müssen ihre Antriebe umstellen, von Diesel auf Strom und Wasserstoff wie bei den Autos. Auch dort hält die Digitalisierung Einzug, auch dort fehlen gerade Computerchips. Das alles hatte Gründler, 56, dem Vernehmen nach aber ganz gut im Griff, es schien im Spaß zu machen. Er war übrigens - kleine Pointe - erst vor gut einem Jahr gekommen, weil damals sein Vorgänger Andreas Renschler hingeworfen hatte, wohl auch aus Frust über zu viel Einflussnahme durch Wolfsburg.

Doch dann änderten sich auch bei Gründler die Umstände und die Laune in diesem Frühjahr. Zum 1. Mai bekam er einen Vorstandskollegen an die Seite gesetzt: Bernd Osterloh. Nicht nur, dass Gründler nicht um diese - nun ja - Verstärkung darum gebeten hatte. Nein, er war vom Traton-Aufsichtsrat vor vollendete Tatsachen gestellt worden, nach allem was man hört. Osterloh, das muss man wissen, war über ein Jahrzehnt der Volkswagen-Betriebsratschef, galt als "König von Wolfsburg" - und zum Ende seiner Karriere bastelte man ihm noch diesen hübsch dotierten Posten bei Traton. Personalvorstand ist der mächtige und selbstbewusste Ex-Betriebrat nun dort, was nicht wirklich nötig war in einer Holding.

Wie eng die Zusammenarbeit war, oder eben nicht, beschrieb Gründler kurz nach Osterlohs Amtsantritt im SZ-Interview: "Ich gehe davon aus", sagte Gründler da über seinen neuen Vorstandskollegen, "dass er sich, wie bei allen Managern bei uns üblich, in den nächsten 100 Tagen über seine Strategie Gedanken machen wird." Das sind Worte die größtmögliche Distanzierung ausdrückten - und in denen man lesen konnte, wie desavouiert sich Gründler vom Aufsichtsrat rund um Hans Dieter Pötsch fühlte. Der machte damit deutlich, wessen Wohlergehen am wichtigsten ist bei Volkswagen. Es ist insofern eher wahrscheinlich, dass Gründler genug hatte - wenn es auch nicht belegt ist.

Den Abschied immerhin haben sie alle zusammen sehr freundlich gestaltet: Pötsch dankt Gründler in der Abschiedsmitteilung "ausdrücklich". Auch er bekommt einige Zitatzeilen eingeräumt und wünscht der gesamten Gruppe "viel Erfolg". Sein Nachfolger wird Scania-Chef Christian Levin, der beide Unternehmen in Personalunion führen soll - was die Leute bei MAN nicht freuen dürfte. Finanzvorständin wird die Traton-Managerin Annette Danielski.

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Nun fehlen die Kraftfahrer aus Osteuropa - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Bilder aus Großbritannien mit Tankstellen, an denen es kein Benzin mehr zu kaufen gibt, schockieren auch die Menschen in Deutschland. Warteschlangen, Tankstellen mit gesperrten Zapfpistolen, Schilder über ausgegangenen Sprit belegen einen ungeahnten Engpass. Jetzt sollen auf der britischen Insel 150 Militärangehörige für den Kraftstofftransport ausrücken, weitere 150 Soldaten hielten sich bereit, kündigte Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng am Mittwoch an.

Philip Plickert

Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

Der britische Premierminister Boris Johnson behauptet dabei, es handele sich bei dem Mangel an Lastwagenfahrern keineswegs allein um ein britisches Phänomen. Deshalb stellt sich auch für Deutschland die Frage: Müssen Menschen  sich auf ähnliche Engpässe an den Tankstellen einstellen, nachdem die Industrie bereits über Engpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen klagt? Kommt es zu einer ähnlichen Entwicklung wie in Großbritannien, weil die unerwartet schnelle Erholung der Wirtschaft die logistischen Kapazitäten überfordert?

Für die aktuelle Situation gibt der deutsche Mineralölwirtschaftsverband, der die hiesigen Tankstellen-Konzerne vertritt, Entwarnung. „Das Phänomen ist hier unbekannt“, sagte Verbandsgeschäftsführer Christoph Bender. „Wir haben aktuell keine Logistik-Schwierigkeiten auf dem Tankstellenmarkt.“ Leer gekaufte Tankstellen habe es in Deutschland zwar im Herbst 2018 gegeben, als das Niedrigwasser am Rhein den Benzintransport erschwerte – aber auch da nur „stundenweise und lokal“. 

Versorgung in Deutschland ist sichergestellt

Im Moment sei die Versorgung mit Benzin überall im Land sichergestellt, bestätigte ein Sprecher von BP. Allerdings wies der Autoclub ADAC darauf hin, dass das Anziehen der Benzinnachfrage es den Mineralölkonzernen leichter gemacht habe, sehr hohe Preise zu verlangen. Das sei in der Reisewelle so gewesen – und auch aktuell: Auf Wochensicht sei der Preis für Diesel noch mal um 2,4 Cent auf 1,444 Euro je Liter gestiegen, der für Super E10 um 0,8 Cent auf 1,581 Euro.  

Insbesondere die niedrigen Füllstände in den deutschen Gasspeichern könnten mit der beginnenden Heizsaison nicht nur die Gaspreise weiter steigen lassen – sondern auch die für  Heizöl oder Diesel, meint Carsten Fritsch, Rohstoff-Analyst der Commerzbank. „Das kann in der Tat passieren, wenn anstelle von Erdgas auf Heizöl  fürs Heizen und auf Diesel bei der Stromerzeugung zurückgegriffen wird“, sagt Fritsch.

Der Energiefachmann Manuel Frondel vom Forschungsinstitut RWI glaubt trotzdem nicht, dass es dann so komme wie in Großbritannien – das sei dort schon eine besondere Situation.
Der entscheidende Engpass in Großbritannien sind die fehlenden Lastwagenfahrer. Jahrelang wurden Lkw-Fahrer nur schlecht bezahlt, man verließ sich auf billige Kräfte aus Osteuropa. Seit dem Brexit haben von diesen etwa 15.000 die Insel verlassen. Während der Corona-Zeit sind etwa 40.000 Fahrprüfungen ausgefallen, diese Nachwuchskräfte fehlen jetzt.

Unter Lastwagenfahrern gab es eine Überalterung

Außerdem haben sich nach dem Corona-Schock einige Zehntausend Ältere aus dem Beruf verabschiedet. Die Road Haulage Association, der Transportunternehmerverband, schätzt, dass die Lücke an Fahrern, die schon vor Brexit und Corona beträchtlich war, auf 90.000 bis 100.000 gewachsen ist. Einige Supermarktketten bieten nun Traumgehälter von umgerechnet mehr als 60.000 Euro, um neue Fahrer anzuwerben.  

Die Regierung will Fahrprüfungen beschleunigen und vereinfachen. Außerdem sollen 5000 Visa für ausländische Lkw-Lenker vergeben werden, um die Not bis Weihnachten zu lindern. Die Industrie- und Handelskammer nannte diese Ankündigung aber „einen Fingerhut Wasser auf ein Feuer“.
Doch nicht nur in England fehlen Lastwagenfahrer – auch in Deutschland gibt es Schwierigkeiten. 

Insbesondere die Corona-Krise habe die Situation  verschärft, heißt es beim Logistik-Unter­nehmen Dachser. „Durch die Trennung von Schichten, höhere Ausfallquoten oder die erhöhten Vorsichtsmaßnahmen war mehr Personal und Equipment erforderlich als zuvor.“ Der Fachkräftemangel setze die Logistikbranche auch hierzulande zunehmend unter Druck, warnt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Spedition und Logistik.

In Deutschland füllten neue Fahrer die Lücke teilweise aus

In Deutschland gingen jedes Jahr 35.000 Fahrer in Rente oder Vorruhestand – es rückten aber nur 15.000 nach, von denen viele die Berufskraftfahrerausbildung nicht beendeten. Der Fahrerberuf sei für viele junge Menschen einfach nicht mehr so attraktiv. Hinzu kämen „starre“ Ausbildungsbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte.

Mit Engpässen wie in Großbritannien aber sei hier in nächster Zeit  nicht zu rechnen, meint Huster. Die besonderen Engpässe dort seien schon mit dem EU-Austritt der Briten verbunden. Ähnlich hatte sich SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Montag geäußert.

Die aus Großbritannien abgewanderten Arbeitskräfte stammten oft aus Osteuropa und dem Baltikum. Sie deckten auch in Deutschland und anderen EU-Staaten zunehmend den Personalbedarf im Logistiksektor, hob Huster hervor: „Der Arbeitsmarkt auf dem europäischen Kontinent hat diese Beschäftigten dankbar aufgenommen.“ Das könnte sich nun für die Wirksamkeit der neuen Visa-Regeln in Großbritannien als  Schwierigkeit herausstellen – weil die Lastwagenfahrer  auch hierzulande von den Unternehmen dringend gebraucht werden.  

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Ukraine-Krieg im Ticker: DAX schließt tief im Minus -- US-Börsen schließen uneinheitlich -- Siemens Energy neue Struktur -- CTS Eventim macht Gewinn -- ADLER Group, Lufthansa, Snap, Zoom im Fokus - finanzen.net

Der deutsche Aktienmarkt brach seine Erholung am Dienstag bereits wieder ab. Der DAX fiel bereits zur Eröffnung zurück und bewegte sich au...