Rechercher dans ce blog

Wednesday, July 14, 2021

An der Nulllinie: DAX-Anleger bleiben zögerlich | tagesschau.de - tagesschau.de

Marktbericht

Stand: 14.07.2021 18:15 Uhr

Der DAX hat anfängliche Verluste im Verlauf wettgemacht. Den Rückenwind der Wall Street konnte der heimische Markt aber nicht nutzen. Er stagniert damit weiter auf hohem Niveau.

Den heimischen Anlegern hat sich zur Wochenmitte ein altbekanntes Bild geboten. Der DAX hat anfängliche Verluste im Verlauf zwar wieder aufgeholt, tut sich aber weiter schwer damit, über den bestehenden Rekordstand hinaus nachhaltig höhere Niveaus zu markieren. Bei 15.810 Punkten hat der deutsche Leitindex dies zwar für die Statistik heute getan, dies lag aber nur gut vier Punkte über der alten Marke. Im Endeffekt stagniert der Index damit weiter auf hohem Niveau. Letztlich schloss der DAX bei 15.788 Punkten nahezu unverändert.

Abwarten heißt die Devise

Die Anleger zieren sie sich also noch. Inflationsängste und neue Corona-Sorgen sind hierzulande ausgeprägter als in den USA, wo die Märkte durch die üppige Liquidität der Notenbank weiter befeuert werden. "Wir befinden uns in einem Inflations-Schwebezustand, in dem wir nicht erkennen können, ob der Preisanstieg ein statistischer Effekt oder ein längerfristiges Phänomen der Erholung der Weltwirtschaft ist", sagte Analyst Laith Khalaf vom Brokerhaus AJ Bell.

Die Analysten der Bank HSBC schrieben indes, "dass die bisherigen Rekordstände noch nicht das Ende der Fahnenstange markieren sollten". Notierungen des DAX oberhalb von 16.000 Punkten seien durchaus möglich. Möglicherweise wollen die Anleger aber zunächst die anstehenden Quartalsberichte und Jahresprognosen der Unternehmen abwarten, bevor sie Aktienpositionen aufstocken oder neue aufbauen, hieß es im Handel.

Unter den Einzelwerten im DAX fielen heute nur Fresenius stärker auf, die allerdings zuletzt eher holprig gelaufen waren. Das Papier gewann über zwei Prozent, auch die Dialysetochter FMC rückte im Schlepptau mit vor. Meldungen zum Gesundheitskonzern aus Bad Homburg gab es aber nicht. Siemens Energy setzten ihre derzeitige Konsolidierung fort und standen mit einem Verlust von rund 1,5 Prozent am Indexende.

Wall Street-Gewinne bröckeln

Obwohl die Inflationsanzeichen in den USA insgesamt sehr viel konkreter sind als in Europa, greifen die Anleger dort viel beherzter zu. Sie setzen weiter darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve trotz höherer Preisdaten wie versprochen vorerst stillhält, und gehen einfach zur Tagesordnung über. Natürlich ist diese Tendenz nicht in Stein gemeißelt, trotzdem überwiegt derzeit die Zuversicht. Auch weil eine starke Berichtssaison für das zweite Quartal erwartet wird.

Alle großen Aktienindizes haben sich in der Tagestendenz aber mittlerweile von ihren höheren Niveaus im frühen Geschäft wieder entfernt und ringen mit ihren Schlusskursen. Auch gestern schon konnten die Indizes anfänglich stärkere Gewinne nicht behaupten und schlossen moderat im Minus. Der Leitindex Dow Jones lag im Tageshoch erneut über 35.000 Punkte und fiel dann zurück.

Der marktbreite S&P-500-Index erreichte in der Spitze fast genau sein Rekordhoch bei 4392 Punkten, drehte danach aber ab. Die Technologiebörse Nasdaq scheiterte knapp an der Marke von 14.800 Punkten und ist leicht ins Minus gedreht, lediglich der Auswahlindex Nasdaq 100 behauptet sich noch leicht im Plus. Er hatte gestern die Marke von 15.000 Punkten geknackt.

Apple und Microsoft auf Rekordhoch

Beim Blick auf die Einzeltitel fallen die beiden auch im Leitindex Dow Jones enthaltenen und am stärksten gewichteten Technikriesen Apple und Microsoft auf. Beide Aktien markieren heute neue Rekordhochs. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass Apple an einem neuen Bezahlangebot arbeitet. Demnach will der amerikanische iPhone-Hersteller zusammen mit der US-Bank Goldman Sachs Nutzern Ratenzahlungen ermöglichen. Von Apple war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

US-Banken bleiben in der Gewinnspur

Die heutige Agenda der Wall Street hält noch weitere Unternehmensmeldungen bereit. So weitere Bankergebnisse im Rahmen der begonnenen Berichtssaison, die wie erwartet sehr gut ausfallen. Vor allem geringere Rückstellungen für faule Kredite treiben die Ergebnisse der Geldhäuser, wie heute an den Zahlen der Großbanken Bank of America, Wells Fargo und Citigroup abzulesen ist. Solche Auflösungen sind ein starkes Zeichen für mehr Vertrauen der Verbraucher und machen sich im Zahlenwerk der Geldhäuser stets besonders stark bemerkbar.

Konkret bescherte dies der Bank of America einen Gewinnsprung um 173 Prozent auf 8,96 Milliarden Dollar. Die Citigroup versechsfachte ihren Überschuss auf 6,19 Milliarden Dollar. "Das Tempo der weltweiten Erholung übertrifft unsere bisherigen Erwartungen und damit einher gehen ein steigendes wirtschaftliches Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen", sagte Citi-Chefin Jane Fraser. Dies gebe ihr Zuversicht für die weitere geschäftliche Entwicklung der Bank.

Eine deutlich geringere Risikovorsorge und ein florierendes Investmentbanking haben auch dem US-Geldhaus Wells Fargo einen hohen Quartalsgewinn beschert. In den drei Monaten bis Ende Juni verdiente der Finanzkonzern 6,0 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro), wie er am Mittwoch mitteilte. Damit übertraf Wells Fargo die Markterwartungen. Vor einem Jahr hatten hohe Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in der Corona-Pandemie noch einen Verlust von 3,8 Milliarden Dollar verursacht. Angesichts der Erholung von der Krise und verbesserter Konjunkturaussichten konnte Wells Fargo einen wesentlichen Teil davon wieder auflösen, wovon die Bilanz profitierte.

Die Papiere der Banken geben in einem fallenden Gesamtmarktumfeld allerdings nach. Sie waren im Vorfeld in Erwartung der starken Ergebnisse schon stark gestiegen. Im Fall der schwergewichtigen Aktie der Bank of America über 50 Prozent in einem Jahr.

Warten auf Jerome Powell

Teil zwei der heutigen US-Agenda ist der Auftritt von Notenbankchef Jerome Powell vor dem US-Kongress, dessen Redetext allerdings bereits bekannt wurde. Die US-Notenbank Fed ist danach offenbar noch nicht so weit, um über konkrete Schritte zur Straffung ihrer extrem lockeren Geldpolitik nachzudenken.

"Die Bedingungen am Arbeitsmarkt haben sich weiter verbessert, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns", heißt es in vorbereiteten Bemerkungen Powells für den Finanzausschuss des US-Parlaments.

Dollar-Spekulation schwächt sich ab

Auch am Devisenmarkt sorgen Inflationsdaten derzeit für starke Ausschläge. Der Euro hat am Morgen mit 1,1772 Dollar den niedrigsten Stand seit Anfang April erreicht. Aktuell hat er sich aber nach den Äußerungen von Jerome Powell vom Tief wieder etwas erholt und steht bei 1,1822 Dollar. Zuletzt war der Greenback von der Aussicht auf eine schnellere Antwort der Fed auf die jüngsten Preisdaten von Spekulanten nach oben getrieben worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1812 (Dienstag: 1,1844) US-Dollar fest. Am Abend wird dann noch der Konjunkturbericht der Fed, das Beige Book, erwartet.

Ölpreise sinken, Gold stabil

Die Ölpreise sind am Mittwoch abgerutscht. Am späten Nachmittag kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 75,27 US-Dollar, rund 1,4 Prozent weniger als gestern. Damit wird ein Teil der Kursgewinne von gestern wieder aufgebraucht, die ein Rückgang der US-Ölreserven ausgelöst hatte. Die Feinunze Gold notiert mit 1821 Dollar 0,8 Prozent höher.

Lufthansa vor einem Kraftakt

Die Erholung vom Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Pandemie kommt in diesen Wochen erst in Fahrt. "Wir sind in diesem Jahr bis in den Sommer hinein mit circa zehn Prozent der Passagiere und 15 Prozent der Flüge des Vorkrisenniveaus geflogen", so Lufthansa-Manager Jens Fehlinger. Momentan seien im Schnitt 40 Prozent der Passagiere an Bord, an Wochenenden auch mal mehr als 50 Prozent des vergleichbaren Zeitpunkts von 2019. "Bis Jahresende wird das Woche für Woche steigen auf 60 bis 70 Prozent."

Streicht TUI Reiseziele?

TUI-Aktien kamen am Morgen deutlich unter Druck und verloren bis zu sechs Prozent. Englische Zeitungen berichteten, dass der Tourismuskonzern bis August coronabedingt weitere Reiseziele von seiner Angebotsliste gestrichen hat und damit die Reisepläne vieler Briten beispielsweise für Italien oder das spanische Festland durchkreuzt. Aber auch kanarische Inseln wie Fuerteventura und La Palma seien betroffen. Der Konzern überarbeitet die Liste in der Corona-Krise weiter angebotener Reiseziele regelmäßig. Tags zuvor war bekannt geworden, dass der Deutschland-Chef von TUI das Unternehmen verlässt.

Hugo Boss gefällt Anlegern

Aktien von Hugo Boss legen im MDAX zunächst deutlich zu, fielen danach aber wieder zurück. Der Modekonzern hatte gestern Abend aktuelle Geschäftszahlen und einen Ausblick vorgestellt. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2021 um währungsbereinigt 30 Prozent bis 35 Prozent steigern zu können. Das operative Ergebnis (Ebit) soll 125 Millionen Euro bis 175 Millionen Euro erreichen. Im zweiten Quartal legte der Konzernumsatz um währungsbereinigt 133 Prozent auf 629 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis lag bei 42 Millionen Euro nach einem Minus von 250 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

Apple erwartet Ansturm

Apple will laut Insidern seine Produktion im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöhen. Das Unternehmen habe seine Zulieferer gebeten, in diesem Jahr bis zu 90 Millionen iPhones der nächsten Generation zu bauen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg heute unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Technologiekonzern hat in den vergangenen Jahren ein konstantes Niveau von etwa 75 Millionen Einheiten von der Einführung bis zum Jahresende beibehalten. Die angehobene Prognose für 2021 könnte darauf hindeuten, dass der iPhone-Hersteller bei der Einführung des neuen iPhones aufgrund der fortschreitenden Impfungen gegen Covid-19 mit einer zusätzlichen Nachfrage rechnet.

Adblock test (Why?)


An der Nulllinie: DAX-Anleger bleiben zögerlich | tagesschau.de - tagesschau.de
Read More

No comments:

Post a Comment

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX schließt tief im Minus -- US-Börsen schließen uneinheitlich -- Siemens Energy neue Struktur -- CTS Eventim macht Gewinn -- ADLER Group, Lufthansa, Snap, Zoom im Fokus - finanzen.net

Der deutsche Aktienmarkt brach seine Erholung am Dienstag bereits wieder ab. Der DAX fiel bereits zur Eröffnung zurück und bewegte sich au...